Neues aus Sportdeutschland
„Die Maccabiah muss ausgetragen werden, gerade jetzt!“
DOSB: Alon, du hast in einigen Interviews herausgehoben, welche Zäsur der Überfall der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 darstellt. Ist die kommende Maccabiah vor diesem Hintergrund die schwierigste, aber vielleicht auch wichtigste der Geschichte?
Alon Meyer: Wir hatten Ende der 80er-Jahre und um den Jahrtausendwechsel im Zuge der Intifada auch schon sehr schwierige Spiele. 2001 waren nur rund 25 Prozent aller infrage kommenden Teilnehmenden bereit, nach Israel zu reisen, auch wir waren nur mit einem Rumpfteam da. Dennoch ist nicht zu leugnen, dass die erste Maccabiah seit dem terroristischen Angriff der Hamas unter einem ganz besonderen Stern steht. Die Lage ist sehr instabil und angespannt. Es ist nicht einfach, unter diesen Umständen Menschen als Teilnehmer einer Sportveranstaltung zu akquirieren. Aber wir haben Israel während der ersten beiden Intifadas den Rücken gestärkt und werden das auch jetzt wieder tun.
Es gibt immer wieder Gerüchte, dass die Maccabiah wegen der Sicherheitslage kurzfristig ausfallen könnte. Wie ist da der Stand?
Ich war am vorvergangenen Wochenende zum Maccabiah-Weltkongress in Tel Aviv, und dort haben uns die Veranstalter in vielerlei Hinsicht sehr beruhigen können. Wer Israel, seine Politik und die Bürger kennt, der weiß, dass alles Menschenmögliche getan wird, um die Sicherheit zu garantieren. Israel richtet diese Spiele nicht nur angesichts der Verantwortung für deren Historie aus, sondern auch mit der Erfahrung eines Staates, in dem Sicherheit eine Rolle spielt, die wir uns in Deutschland nicht annähernd vorstellen können. Während meines Aufenthaltes in Tel Aviv gab es dreimal Bombenalarm, passiert ist gar nichts. Stand heute wird die Maccabiah keinesfalls abgesagt. Im Gegenteil, das Motto lautet „More than ever“, weil es gerade jetzt wichtig ist, ein Zeichen zu setzen, dass sich Juden nicht einschüchtern lassen wollen.
Die Maccabiah findet seit jeher in Israel statt. Warum ist das so? Wäre es nicht wichtig, auch außerhalb Israels mit einem solchen Großereignis Zeichen zu setzen?
Es hat einerseits historische und kulturelle Gründe, dass die Maccabiah immer in Israel stattfindet. 1932, als sie noch vor der Gründung des israelischen Staats im Jahr 1948 in Tel Aviv erstmals stattfand, war sie eine Reaktion darauf, dass Juden seit Ende des 19. Jahrhunderts weltweit aus Sportvereinen und von Sportveranstaltungen ausgeschlossen wurden und sich deshalb selbst organisieren mussten. Der zionistische Ansatz, eine geschützte Sportveranstaltung für jüdische Sportlerinnen und Sportler zu schaffen, spielt bis heute eine Rolle, auch wenn glücklicherweise Juden mittlerweile längst zu allen Großveranstaltungen zugelassen sind. Andererseits spielt auch der Sicherheitsaspekt eine Rolle, in Israel ist eine solche Veranstaltung am einfachsten zu schützen. Trotzdem setzen wir mit Veranstaltungen wie den European Maccabi Games, die 2015 in Berlin stattgefunden haben, auch außerhalb Israels Zeichen.
Niemand holte mehr Medaillen! Deutschland gewinnt Nationen-Ranking der Wintersportsaison 2024/25.
Fest steht: Deutschland hat mehr als geliefert! Deutschlands Wintersportler*innen haben über alle Olympischen Wintersportarten und -disziplinen hinweg die meisten Medaillen aller Nationen geholt. Damit können sie das große Wintersport-Ranking für sich entscheiden und den Platz an der Spitze nach der Saison 2023/24 verteidigen.
Die deutschen Athlet*innen haben in den 16 olympischen Sportarten Biathlon, Bobsport, Curling, Eishockey, Eiskunstlauf, Eisschnelllauf, Nordische Kombination, Rennrodeln, Shorttrack, Skeleton, Skibergsteigen, Skilanglauf, Skispringen, Ski Alpin, Ski Freestyle und Snowboard in den jeweiligen olympischen Disziplinen 275 Medaillen gewonnen. Diese teilen sich auf in 94-mal Gold, 106-mal Silber und 75-mal Bronze. Das kann sich sehen lassen!
Auf Platz zwei folgen die USA mit 241 Medaillen sowie Kanada auf Platz drei mit 192 und Norwegen auf Platz vier mit 204 Medaillen.
Die Krone als erfolgreichster deutscher Athlet sicherte sich Bob-Dominator Francesco Friedrich mit 17-mal Edelmetall (10 x G, 6 x S, 1 x B) bei Weltcups und WM. Bei den Frauen geht die Auszeichnung an eine Biathletin: Franziska Preuß krönte sich mit 17 Medaillen (7 x G, 5 x S, 5 x B) zur Gesamtweltcupsiegerin, dicht gefolgt in der innerdeutschen Rangliste von der Bobsportlerin Laura Nolte mit 15 Medaillen (7 x G, 4 x S, 4 x B).
Medaillen | Deutsche Medaillen | Nationenwertung | |
| Gesamt | 2436 | 275 | 1 |
| Frauen | 1118 | 141 | 2 |
| Männer | 1153 | 120 | 3 |
| Mixed | 165 | 14 | 5 |
Hinweis: In einer vorherigen Version dieses Artikels waren Medaillen von Europameisterschaften in der Statistik enthalten. Dies wurde geändert, um den internationalen Vergleich zu gewährleisten. Gezählt werden nur Podestplätze aus Weltcups und Weltmeisterschaften aus der Wintersportsaison 2024/25 in olympischen Sportarten und den Disziplinen, die bei den Winterspielen Mailand Cortina 2026 olympisch sein werden. (Stand: 07. April 2025)
Wahl zu Parasportler*innen des Jahres 2024
Die deutschen Goldmedaillengewinner*innen der begeisternden Paralympics in Paris stehen im Fokus der Wahl der Para Sportler*innen des Jahres 2024. Vor gut einem halben Jahr haben die deutschen Athlet*innen für Furore gesorgt und mit ihren Leistungen begeistert bei den größten und reichweitenstärksten Paralympischen Spielen aller Zeiten. Zur Abstimmung stehen fünf Sportlerinnen, vier Sportler, fünf Teams und fünf Nachwuchsathlet*innen.
Die Vorauswahl hat ein neunköpfiges Expertengremium getroffen. Fans und Interessierte des Para Sports sind jetzt aufgerufen, ihre Favorit*innen auszuwählen und über die Siegerinnen und Sieger der Wahl des Deutschen Behindertensportverbands (DBS) zu entscheiden. Bis Donnerstag, 3. April, 24.00 Uhr, ist die Abstimmung für die Para Sportler*innen des Jahres 2024 unter www.teamdeutschland-paralympics.de/wahl möglich.
Zur Wahl stehen:
Para Sportlerin:
• Maike Hausberger (Para Radsport)
• Natascha Hiltrop (Para Sportschießen)
• Sandra Mikolaschek (Para Tischtennis)
• Tanja Scholz (Para Schwimmen)
• Elena Semechin (Para Schwimmen)
Para Sportler:
• Taliso Engel (Para Schwimmen)
• Markus Rehm (Para Leichtathletik)
• Maurice Schmidt (Rollstuhlfechten)
• Josia Topf (Para Schwimmen)
Para Team:
• Para Dressursport-Equipe
• Para Rudern-Doppelzweier (Hermine Krumbein & Jan Helmich)
• Para Tischtennis-Doppel (Stephanie Grebe & Juliane Wolf)
• Para Tischtennis-Doppel (Valentin Baus & Thomas Schmidtberger)
• Rollstuhlbasketball Herren
Para Nachwuchssportler*in:
• Gina Böttcher (Para Schwimmen)
• Nele Moos (Para Leichtathletik)
• Hermine Krumbein (Para Rudern)
• Maurice Schmidt (Rollstuhlfechten)
• Lennart Sass (Para Judo)
Sport und Bewegung mit älteren Menschen bei Hitze
Im Zuge des Klimawandels nehmen heiße Tage und Hitzewellen in Deutschland zu. Ältere Menschen sind besonders gefährdet, körperliche Anstrengung kann ein zusätzliches Risiko darstellen. Doch belegt ist auch, dass Sport und Bewegung gerade im Alter einen hohen Stellenwert für die Lebensqualität haben. Wer sich bewegt und in einem körperlich fitten Zustand ist, kann auch hohe Temperaturen besser tolerieren. Vor dem Hintergrund der immer älter werdenden Gesellschaft in Deutschland hat dieser Zusammenhang eine besondere Relevanz. Doch wie können ältere Menschen auch bei Hitze sicher in Bewegung bleiben? Wie können Vereine und Übungsleitende verantwortungsvoll handeln?
Gemeinsam mit Vertreter*innen folgender Partner: Universität Heidelberg, BIÖG, DOSB, Landessportbund Hessen, Landessportbund Nordrhein-Westfalen, Landessportverband Schleswig-Holstein, Deutscher Ruderverband, Deutscher Turner-Bund und Deutscher Fußball- Bund wurde ein Maßnahmenpaket für Vereine, Übungsleitende und Teilnehmende entwickelt.
FAQs Maccabiah 2025: More Than Ever
Was ist die Maccabiah?
Die Maccabiah ist das größte jüdische Sportereignis der Welt. Sie findet alle vier Jahre in Israel statt. Mehr als 10.000 jüdische Sportlerinnen und Sportler nahmen an den beiden vergangenen Ausgaben teil. Auch in diesem Jahr wird eine ähnliche Zahl aus rund 80 Nationen erwartet. Medaillen werden in 42 Disziplinen vergeben, darunter im 3x3 Basketball, Fußball, Tennis, Gerätturnen und Schwimmen.
Warum gibt es sie, und seit wann wird sie ausgetragen?
Die Maccabiah verbindet sportliche Höchstleistungen mit jüdischer Identität, Gemeinschaft und Zusammenhalt. Sie ist eine sehr wichtige gesellschaftliche Einrichtung und der größte jüdische Heiratsmarkt. Ausgetragen wird sie seit 1932, sie fand noch vor der Staatsgründung Israels im Jahr 1948 erstmals in Tel Aviv statt, damals mit 390 Sportlern aus 18 Nationen. Sie hat sich zu einem Symbol für jüdische Stärke und Einheit entwickelt und steht für das Überleben und die Weiterentwicklung des jüdischen Lebens trotz aller Herausforderungen.
Wann findet die nächste Ausgabe statt, und was ist daran besonders?
Die 22. Auflage der Maccabiah soll vom 8. bis 22. Juli in den Städten Jerusalem, Haifa, Netanya und Tel Aviv stattfinden. Angesichts des Hamas-Angriffs auf Israel am 7. Oktober 2023 und des weltweiten Anstiegs des Antisemitismus ist die Maccabiah 2025 eine der wichtigsten Austragungen der vergangenen Jahrzehnte. Das Motto „More Than Ever“ betont die Notwendigkeit, jüdisches Leben und Sport nach dem 7. Oktober 2023 sichtbarer und widerstandsfähiger zu machen.
Wie viele und welche Sportler*innen entsendet Deutschland, und welche Teilnahmebedingungen müssen diese erfüllen?
Bei der bislang letzten Auflage, die wegen der Corona-Pandemie von 2021 um ein Jahr verschoben werden musste, waren rund 230 deutsche Athlet*innen dabei. Diese Zahl peilt die nationale Dachorganisation Makkabi Deutschland auch in diesem Jahr an. Welche Sportler*innen dabei sind, ist noch nicht klar, die Nominierungen erfolgen in den kommenden Wochen. Folgende Auflagen müssen Teilnehmende erfüllen: Jüdische Konfession oder jüdische Eltern; Mitglied eines Makkabi-Kaders; Teilnahme durch Trainer*in/Betreuer*in bestätigt; zwei Anmeldungen vollständig und formgerecht ausgefüllt.
Wie ist der jüdische Sport in Deutschland organisiert?
Makkabi Deutschland ist Teil der weltweiten Maccabi-Bewegung und eine Mitgliedsorganisation des DOSB. Mit mehr als 8.000 Mitgliedern in 40 bundesweiten Ortsvereinen fördert der Verband die Vielfalt und die jüdische Gemeinschaft. Gegründet wurde er 1903 als „Bar Kochba“ - erster jüdischer Sportverein Deutschlands - in Berlin. Nachdem die Nazis die Vereinigung zerschlagen hatten, erfolgte 1965 in Düsseldorf die Neugründung. Makkabi Deutschland bietet sportliche Förderung auf allen Ebenen von Breiten- bis Leistungssport. Der Verband fördert und stärkt jüdische Traditionen und Identität, engagiert sich in der Antisemitismusbekämpfung und für Integration und Vielfalt. Ein wichtiger Schwerpunkt ist auch die Jugendarbeit, die über Sommerlager, Trainingscamps und Workshops die Vermittlung sportlicher und kultureller Werte zur Stärkung der jüdischen Identität vorantreibt.
Weitere Informationen findet ihr unter www.maccabiah.com und www.maccabi.org.