Neues aus Sportdeutschland
Die größte Umkleidekabine Deutschlands
Zwei Wochen, ein klares Ziel und jede Menge Team-Spirit: Mit der offiziellen Einkleidung startet Team Deutschland in die heiße Phase auf dem Weg zu den Olympischen und Paralympischen Winterspielen Mailand Cortina 2026. Vom 7. bis 20. Januar 2026 wird das MTC world of fashion in München zum Treffpunkt für Athlet*innen, Trainer*innen und Betreuer*innen und zur wohl größten Umkleidekabine des deutschen Sports.
Die Team D Einkleidung: Zahlen, die beeindrucken
- Über 400 Athlet*innen sowie Trainer*innen und Betreuer*innen werden eingekleidet
- 7 olympische Spitzenverbände plus der Deutsche Behindertensportverband (DBS) sind vertreten
- Fast 70 Teile umfasst die offizielle Team-D-Kollektion von Ausrüster adidas
- 3.500 Quadratmeter Eventfläche auf zwei Ebenen
- 2 bis 3 Stunden dauert der komplette Einkleidungs-Durchgang pro Person
- Rund 80 Volunteers sorgen für einen reibungslosen Ablauf
- Rund 70 akkreditierte Journalist*innen berichten von der Einkleidung
Von Jacke bis Schuh: Die Einkleidung im Detail
Herzstück der Einkleidung ist die strukturierte Ausgabe der offiziellen adidas Kollektion. An mehreren Ausgabestationen erhalten Athlet*innen, Trainer*innen und Betreuer*innen ihre komplette Ausstattung für alle Einsatzbereiche der Olympischen und Paralympischen Spiele. Dazu zählen Village-Outfits für den Alltag im Olympischen Dorf, Opening-Outfits für die Eröffnungsfeier sowie die Podium-Bekleidung für den großen Moment der Siegerehrung. Ergänzt wird die Ausstattung durch verschiedene Jacken, Oberteile und Hosen in Damen- und Herrenschnitten, Schuhe, Accessoires sowie Taschen. Das zentrale „Key Piece“ der Kollektion bildet dabei das visuelle Highlight des Team-D-Looks für Mailand Cortina 2026.
Alle Stationen sind in einem klaren Ablauf organisiert, sodass jede Person ihre individuelle Ausstattung effizient anprobieren und zusammenstellen kann. Der komplette Durchgang dauert rund zwei bis drei Stunden. Ergänzt wird die Einkleidung durch Portrait- und Kampagnenshootings, Content-Stationen sowie eine Mixed-Zone für Mediengespräche. Aber auch zu den Themen Olympiabewerbung, Anti Doping und mentale Stärke können sich die Athlet*innen informieren.
Der DOSB - wie funktioniert der eigentlich?
Welches Selbstverständnis wir, der Deutsche Olympische Sportbund, haben, ist auf unserer Homepage zu lesen: „Wir sind die Stimme des Sports in Deutschland. Wir engagieren uns für den Vereinssport und für alle, die unsere Liebe zum Sport teilen. Wir stehen für die Olympische Idee und sind Teil der Olympischen und Paralympischen Bewegung“, steht dort geschrieben. Als Dachverband des organisierten Sports in Deutschland sind wir für 103 Mitgliedsorganisationen, für 29,3 Millionen Mitgliedschaften in rund 86.000 Vereinen verantwortlich. Aber wie funktioniert der DOSB? Welche Gremien und welche Fachressorts gibt es, und wie hängen die einen mit den anderen zusammen? Anlässlich unseres 20-jährigen Bestehens, das wir am 20. Mai feiern, haben wir im Rahmen unserer Serie „20 Jahre DOSB“ Daniel Marchi gebeten, Aufklärung zu leisten. Der 33-Jährige ist Referent des Vorstandsvorsitzenden und als Projektleiter Mitgliederversammlung ein profunder Kenner der DOSB-Strukturen.
Die beiden Kernaufgaben des DOSB, dessen Rechtsform der eingetragene Verein ist, sieht der frühere Mittelstreckenläufer im Interessenausgleich nach innen und der Interessenvertretung nach außen. „Unser Auftrag besteht darin, eine einheitliche Stimme des Sports zu schaffen. Dafür müssen wir die verschiedenen Strömungen im organisierten Sport bündeln und unsere Anliegen geschlossen in der Öffentlichkeit vertreten. Hierfür braucht es klare Botschaften, Empathie und Führungsverantwortung“, sagt er. Die Governance des DOSB ist demokratisch aufgebaut und beruht auf drei zentralen Organen: der Mitgliederversammlung, dem ehrenamtlichen Präsidium und dem hauptamtlichen Vorstand. Kurz gesagt legt die Mitgliederversammlung den normativen Rahmen fest, das Präsidium entwickelt hieraus strategische Leitlinien und der Vorstand setzt diese operativ um. Die dahinter liegenden Prozesse sind in der Satzung geregelt und legen fest, wie Entscheidungen getroffen, Verantwortlichkeiten verteilt und Risiken überwacht werden.
Die Souveräne des DOSB sind unsere Mitglieder
Die Souveräne des DOSB sind die Mitglieder, die auf der einmal jährlich stattfindenden Mitgliederversammlung (traditionell am ersten Samstag im Dezember) über alle wegweisenden Themen abstimmen - zuletzt über die DOSB-Ziele 2035 und den Entscheidungsweg zur Auswahl des nationalen Kandidaten für unsere Olympiabewerbung. Die 103 Mitgliedsorganisationen unterteilen sich in sogenannte „Verbändesäulen“ - Spitzenverbände mit 42 olympischen und 28 nichtolympischen Fachverbänden, Landessportbünde (16) und Verbände mit besonderen Aufgaben (17). Delegierte dieser Organisationen üben im „Parlament des deutschen Sports“ ihre Stimmrechte aus und sichern so die Partizipation der einzelnen Anspruchsgruppen. Während der Deutsche Fußball-Bund als mitgliederstärkster Verband im DOSB insgesamt 18 Stimmen dank acht Millionen eigener Mitgliedschaften auf sich vereint, hat das jüngste DOSB-Mitglied, der Deutsche Fallschirmsport Verband, mit gut 11.000 Mitgliedschaften eine Stimme.
Ebenfalls stimmberechtigt sind die Persönlichen Mitglieder; eine Gruppe aus bis zu 15 Personen (aktuell zwölf) aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen, die mit ihrer Expertise und Sichtbarkeit als Multiplikator*innen für DOSB-Themen wirken. Hierzu zählen aktuell die Olympiasieger*innen Kristina Vogel und Moritz Fürste, Monoski-Legende Anna Schaffelhuber, Yusra Mardini aus dem ersten olympischen Flüchtlingsteam und die „Wirtschaftsweise“ Prof. Dr. Veronika Grimm. Gemeinsam mit dem Präsidium werden sie für eine vierjährige Legislatur gewählt, das nächste Mal wieder im Dezember dieses Jahres.
Seit der DOSB im Mai 2006 aus der Fusion von Deutschem Sportbund (DSB) und Nationalem Olympischen Komitee (NOK) hervorgegangen ist, arbeitet das Präsidium komplett ehrenamtlich. Dies wird sich vom kommenden Jahr an ändern, nachdem die MV im Dezember 2025 dafür stimmte, den Präsidenten mit einem Monatssalär von 2.000 Euro und die Vizepräsident*innen mit je 1.000 Euro zu entschädigen. Erster Präsident war Thomas Bach, der im September 2013 an die Spitze des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) wechselte und sein Amt deshalb niederlegte. Kommissarisch übernahm Hans-Peter Krämer, bis im Dezember 2013 Alfons Hörmann zum Nachfolger gewählt wurde. Seit Dezember 2021 amtiert unser aktueller Präsident Thomas Weikert, der hauptberuflich als Fachanwalt für Familienrecht in Limburg arbeitet.
Jede Stimme zählt: Anpfiff für den Publikumspreis bei den „Sternen des Sports“
In wenigen Wochen wird in Deutschland wieder über Gold gejubelt. Denn am 26. Januar verleihen der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) und die Volksbanken Raiffeisenbanken in Berlin zum 22. Mal die „Sterne des Sports“ in Gold für besonderes gesellschaftliches Engagement von Sportvereinen sowie für kreative Sportvereinsentwicklung. Auch in diesem Jahr wird darüber hinaus am Vorabend ein Publikumspreis für herausragenden persönlichen Einsatz im Sportverein vergeben.
Den Publikumspreis bei den „Sternen des Sports“ loben der DOSB sowie die Volksbanken Raiffeisenbanken in Kooperation mit der ARD bereits zum elften Mal aus. Dafür wurden aus den 17 Finalistenvereinen drei Personen von einer Expertenjury nominiert. Wer von ihnen den Publikumspreis 2025 gewinnt, entscheidet nun die Öffentlichkeit. Zur Wahl stehen:
· Denise de Vries vom VfL Rastede e.V. (Niedersachsen, Region Weser-Ems)
· Omar Fahmy vom FuNah e.V. (Niedersachsen)
· Paul Werdin von der DLRG Weimar e.V. (Thüringen)
Die drei Nominierten werden nacheinander vom 13. bis 15. Januar im ARD-Morgenmagazin vorgestellt, am 16. Januar folgt eine Zusammenfassung der Kurzporträts. Die Filme stehen zudem auf sportschau.de und sterne-des-sports.de zur Verfügung. Alle Interessierten können ab dem 13. Januar (6.00 Uhr) abstimmen - ganz einfach und jederzeit auf www.sterne-des-sports.de/abstimmung-publikumspreis
Die Wahl läuft bis Freitag, 23. Januar 2026, um 12.00 Uhr. Die Person, die bis dahin die meisten Stimmen erhalten hat, gewinnt den Publikumspreis bei den „Sternen des Sports“ 2025. Je nach Platzierung dürfen sich die Nominierten über eine Prämie in Höhe von 2.000 Euro (1. Platz), 1.000 Euro (2. Platz) und 500 Euro (3. Platz) freuen. Die Ehrung wird am 25. Januar in der DZ BANK in Berlin stattfinden und das Ergebnis der Abstimmung tags darauf im Rahmen des Bundesfinales offiziell bekannt gegeben.
Jetzt abstimmen: „World Games Athlete of the Year“
Bei der 12. Ausgabe der World Games im vergangenen Jahr im chinesischen Chengdu vom 7. bis 17. August 2025 belegte das Team Deutschland Platz zwei in der Nationenwertung hinter dem Gastgeberland.
Für die Wahl zur*zum Athlet*in des Jahres wurden mit Nina Holt und dem Tanzpaar Marius Andrei Balan and Khrystyna Moshenska auch deutsche Athlet*innen nominiert, die bei den Spielen erfolgreich waren.
Rettungsschwimmerin Nina Holt ist mit fünf Goldmedaillen und drei Weltrekorden die erfolgreichste deutsche Athletin bei den Spielen der nicht-olympischen Sportarten. Sie ist sogar nach zwei Teilnahmen (2022 und 2025) die zweitbeste Athletin in der Geschichte der World Games. Die Sportsoldatin vom SC Magdeburg war außerdem gemeinsam mit Flossenschwimmer Max Poschart Fahnenträgerin des Team Deutschland bei der Eröffnungsfeier in Chengdu. Zu ihrer Nominierung sagt sie: „Ich freue mich sehr, unter den Nominierten zu sein. Es ist eine große Anerkennung für meine Ergebnisse bei den World Games in Chengdu.“
Marius Balan und Khrystyna Moshenska vom TSC Rot-Gold-Casino Nürnberg tanzten im Latein-Finale der World Games zur Goldmedaille. Mit herausragenden 39,25 Punkten ließen sie die Konkurrenz aus Frankreich (38.58) und China (37.33) hinter sich. Das Paar tanzt seit 2014 erfolgreich zusammen und war bereits viermal Weltmeister sowie dreimal Europameister im Lateintanzen.
Insgesamt sind 30 Athlet*innen für den Titel „World Games Athlete Of The Year“ nominiert. Die erste Abstimmungsrunde läuft bis zum 26. Januar. In der zweiten Runde werden dann die besten zehn Nominierten noch einmal gegeneinander antreten. Diese Runde endet am 2. Februar.
Es wird jeweils für zwei Kandidat*innen abgestimmt. Wobei die erste Wahl zwei Stimmen, die zweite Wahl eine Stimme erhält.
„Die Strahlkraft von Olympia ist größer als alles andere“
Eine Fleischwunde am linken Fuß, die Normalsterbliche wahrscheinlich wochenlang vom Sporttreiben abhalten würde, ist aktuell seine größte Sorge. „Der Fuß ist offen, ich muss schauen, dass wir das in den Griff bekommen“, sagt Christopher Grotheer am Samstagnachmittag, nachdem er in der MTC World of Fashion in München seine Bekleidung für die Olympischen Winterspiele in Norditalien (6. bis 22. Februar) in Empfang genommen hat. Deswegen auf den Heimweltcup in Altenberg in der kommenden Woche zu verzichten, käme dem 33-Jährigen allerdings nicht in den Sinn. Im Gegenteil, er freut sich sehr auf den letzten Formtest vor dem Saisonhöhepunkt, und angesichts der Probleme, die er zu Beginn des Weltcup-Winters mit sich herumschleppte, ist der malade Fuß kaum mehr als eine Randnotiz für ihn.
Christopher Grotheer wird nachgesagt, dass er kein Mann vieler Worte sei. Doch wer ihm zuhört, wenn er über die vergangenen Monate spricht, spürt deutlich, wie intensiv diese Phase für ihn gewesen sein muss. Als Skeleton-Olympiasieger von Peking 2022 hatte sich der gebürtige Wernigeroder, der mittlerweile in Thüringen lebt und für den BSR Rennsteig Oberhof startet, für seine dritten Spiele vorgenommen, im Eiskanal von Cortina erneut den Medaillenkampf zu prägen. Nach einer gelungenen Vorbereitung war er beim ersten Lehrgang auf Eis beim Anschieben auf den Griff seines Schlittens gestürzt und hatte sich eine Adduktorenquetschung mit Einblutung zugezogen. Kaum wieder fit, erlitt er Mitte November, eine Woche vor dem Weltcupstart in Cortina, einen Muskelfaserriss in der Wade.
Mehrere Verletzungen warfen ihn zum Saisonstart zurück
„Ich konnte kaum anschieben, fahrerisch hat es mir den Stecker gezogen“, sagt er im Rückblick. Trotz seiner langjährigen Erfahrung kamen Gedanken auf, die ihn beunruhigten. „Ich hatte ständig im Hinterkopf: Wenn du dich jetzt noch einmal verletzt, war es das mit Olympia. Das hat mich schon runtergezogen. Ich habe bis Mitte Dezember ständig in mich hineingehorcht und versucht, bloß keine falschen Bewegungen zu machen“, sagt er. Da Unsicherheit im Rennsport allerdings kontraproduktiv ist, kehrte Christopher Grotheer am Wochenende vor Weihnachten in Sigulda (Lettland) in den Weltcup zurück - und tankte mit einem fünften Platz viel Selbstvertrauen. „Da habe ich gespürt: Wenn ich selbst unter solch widrigen Bedingungen mithalten kann, dann muss mir nicht bange sein“, sagt er.
Die Feiertage nutzte das Kraftpaket für intensives Aufbautraining, seitdem zeigt die Leistungskurve in die Richtung, die er sich erhofft hatte. Und auch die negativen Gedanken sind, nachdem es in dieser Woche in St. Moritz (Schweiz) zu EM-Bronze reichte, längst wieder positiver Überzeugung gewichen. Der siebenmalige Weltmeister zieht einen Vergleich zur vergangenen Saison, mit dem er sich für Olympia zusätzlich Mut macht. „2024/25 habe ich die ersten vier Weltcuprennen gewonnen, bei der WM war dann aber die Luft raus. Dieses Mal mache ich es umgekehrt und habe meinen Formhöhepunkt in Cortina“, sagt er.
Was ein Olympiasieg auslöst, kann Christopher Grotheer seit seiner Triumphfahrt von Peking persönlich einschätzen. „Die Goldmedaille war ein deutlicher Boost, sowohl für meine Bekanntheit als auch im Sponsoring. Mit einem WM-Titel ist das nicht zu vergleichen, die Strahlkraft ist viel größer als alles andere“, sagt er. Überhaupt war das Jahr 2022 sein Jahr, er heiratete seine Partnerin Mary-Ann, ein halbes Jahr nach Olympiagold kam Tochter Elsa zur Welt. Dass die Dreijährige nun in Italien dabei sein wird, wenn der Papa erneut auf Goldsuche geht, erfüllt ihn mit großer Vorfreude. „Meine ersten Spiele 2018 in Pyeongchang waren beeindruckend, aber sportlich enttäuschend. Peking war sportlich super, aber wegen Corona von der Atmosphäre her enttäuschend, es war wie ein Job, den man erledigt hat. Nun freue ich mich riesig, Olympische Spiele quasi vor der Haustür erleben zu können“, sagt er.

