Neues aus Sportdeutschland
Haushaltsausschuss bewilligt erste Projekte der Sportmilliarde
Bereits in dieser ersten Antragsrunde des Programms zeigte sich der enorme Bedarf: Mehr als 3.600 Projektanträge mit einem Gesamtvolumen von über 7,5 Milliarden Euro wurden eingereicht. 333 Millionen Euro standen zur Verfügung. Das entspricht einer 21-fachen Überzeichnung des Programms.
Der DOSB begrüßt, dass die Koalition die Mittel aus dem Sondervermögen für den Sport mobilisiert hat, obwohl der Bund nicht primär für die Sportstättenförderung zuständig ist. Gleichzeitig weist der DOSB darauf hin, dass die aktuellen Mittel bei weitem nicht ausreichen, um den bestehenden Sanierungsstau zu beheben. Für eine zukunftsfähige Weiterentwicklung der Förderlinie sieht der DOSB weiterhin grundlegenden Handlungsbedarf.
Ergänzend zur aktuellen Projektauswahl wurde bereits am 20. März 2026 ein weiterer Förderaufruf innerhalb des SKS-Programms veröffentlicht, der sich gezielt an kommunale Schwimmbäder richtet. Für diesen Programmteil stehen 250 Millionen Euro zur Verfügung. Gefördert werden insbesondere Sanierung, Modernisierung sowie Maßnahmen zur Verbesserung der Barrierefreiheit. Anträge können noch bis zum 19. Juni 2026 eingereicht werden.
Zur Vollendung einer echten „Sportmilliarde“ fehlt noch ein entscheidender Schritt: Der bestehende Sanierungsstau in der Sportinfrastruktur ist immer noch immens. Deshalb müssen auch in 2027 zusätzliche Mittel aus dem Sondervermögen zur Sanierung von Sportstätten mobilisiert werden. Aber auch die Länder, die im Kern für die Förderung der Sportstätten zuständig sind, müssen jetzt eine echte Investitionsoffensive starten.
„Die Top Ten kamen in meinen kühnsten Träumen nicht vor“
Es gibt sie ja immer mal wieder, diese Geschichten, die medial als „Sportmärchen“ bezeichnet werden. Und doch sind sie jedes Mal aufs Neue faszinierend. Auf das zumindest, was Sabine Winter gerade erlebt, trifft dieses Adjektiv in vollem Umfang zu. Zu einem Zeitpunkt ihrer Karriere, in dem große Entwicklungssprünge absolut nicht die Regel sind, hat die 33 Jahre alte Tischtennis-Nationalspielerin Anfang April mit dem Gewinn der Bronzemedaille beim World Cup in Macau erstmals in ihrer Laufbahn den Sprung unter die besten zehn der Weltrangliste geschafft. Vor der Rechtshänderin vom TSV Dachau stehen lediglich acht Asiatinnen. Wie war diese Entwicklung möglich, und wohin kann sie noch führen? Darüber und über ihre Ziele für die anstehende Team-WM in London (28. April bis 10. Mai) spricht die in Bad Soden am Taunus geborene deutsche Spitzenspielerin im DOSB-Interview.
DOSB: Sabine, nach deinem World-Cup-Coup an Ostern hast du gesagt, du hättest eine solche Entwicklung nicht für möglich gehalten und würdest diese als surreal empfinden. Mit zwei Wochen Abstand: Wie fühlt es sich an, zu den besten zehn Tischtennisspielerinnen der Welt zu gehören?
Sabine Winter: Es ist schon ein wenig mehr ins Bewusstsein eingesickert. Aber wenn ich nun in der Sporthalle als Nummer neun der Welt angekündigt werde, klingt das für mich immer noch komisch. Ich kann es weiterhin nicht wirklich glauben, aber ich genieße es sehr. Es gibt im Profisport ja leider wenig Zeit, um Erfolge zu genießen, weil meist sehr schnell der nächste Wettkampf ansteht. Aber die Siegerehrung beim World Cup hatte mir schon sehr geholfen, um zu realisieren, was ich erreicht habe.
Um auf dieses Level zu kommen, hast du vor knapp eineinhalb Jahren eine sehr mutige und ebenso ungewöhnliche Entscheidung getroffen: Du benutzt auf der Rückhand einen Anti-Topspin-Belag, den auf internationalem Level kaum jemand spielt, und musstest deshalb deinen Spielstil komplett umstellen. Erkläre doch bitte den Laien unter uns, was genau du da gemacht hast.
Grob verkürzt gesagt spiele ich auf der Rückhand einen Belag, der das Tempo aus dem Spiel nimmt. Man kann damit nicht aktiv Spin spielen. Wenn ich das versuchen würde, würde der Ball nicht einmal bis zum Netz kommen. Wenn ich einen Ball mit viel Qualität im Spin zugespielt bekomme, kann ich den Spin aufnehmen, aber eben nur reaktiv.
Und was bewirkt das?
Dadurch dass ich das Spiel verlangsame, kann ich meine starke Beinarbeit und meine Vorhand als wichtigste Waffe viel besser ins Spiel bringen. Früher waren viele der Meinung, dass meine Rückhand sehr schlecht sei. Im Vergleich zur Vorhand stimmte das auch, ich würde sie aber als grundsolide bezeichnen. Aber ich konnte das Tempo, das insbesondere die Asiatinnen spielen, über die Rückhand nicht mitgehen, so dass ich deshalb meine Vorhand nicht zur Geltung bringen konnte. Nun verlangsame ich das Spiel, was dazu führt, dass viele Gegnerinnen irritiert sind und damit nicht so gut umgehen können. Und ich kann das nutzen, um über die Vorhand meinen aggressiven Stil besser umzusetzen. Wenn es gelingt, die Gegnerinnen zu verwirren, bekommt man öfter einen passiven Ball, den man attackieren kann. So kann ich mein offensives Spiel der Konkurrenz besser aufzwingen. Insgesamt bin ich viel variabler geworden, habe ein größeres Schlagrepertoire und habe sogar einen komplett neuen Schlag erfunden, einen Rückhand-Topspin mit dem Belag auf der Vorhandseite.
Wie bist du auf die Idee gekommen, dass der Materialwechsel inklusive Umstellung des Spielstils der Gamechanger sein könnte?
Den ersten Impuls dazu hatte ich schon im Januar 2023. Damals habe ich mir viele Spiele von Konkurrentinnen angeschaut und analysiert, dass sich die Topleute gegen den Stil, den ich heute spiele, schwerer tun als gegen das, was die meisten spielen und wogegen sie auch im Training stundenlang spielen. Mein Gefühl war, dass es zu meinen Stärken passen könnte, wenn ich lerne, die Schläge mit dem Anti-Topspin-Material zu beherrschen und in ein neues Spielsystem zu integrieren, denn mir war klar geworden, dass es mir im modernen Hochgeschwindigkeits-Tischtennis nicht oft genug gelang, meine Stärken umzusetzen. Ich wollte den Belag nicht, um offensiv damit zu punkten, sondern um meine Stärken besser ins Spiel zu bringen. Außerdem war ich in einer Phase, in der ich nicht mehr allzu viel Spaß an meinem Sport empfand, weil ich nicht mehr richtig vorwärts kam.
Was hat dich damals davon abgehalten, es zu versuchen? Einmal alles komplett umzukrempeln birgt ja auch große Risiken. Hast du diese damals noch gescheut?
Ich dachte zunächst: Bestimmt ist es eine dumme Idee. Es hat noch nie jemand geschafft, und es hat Gründe, warum die allermeisten das moderne Material nutzen. Und trotzdem hat es mich nicht losgelassen. In 25 Jahren Tischtennis hatte ich gelernt, auf alles eine Antwort zu finden. Aber auf diese Frage fehlte sie mir. Deshalb habe ich Hermann Mühlbach angerufen, den ich als einen der besten Experten im Bereich Belagmaterial ansehe und der mich schon trainiert hat und deshalb mich und meine Stärken kennt.
Und was war dessen Einschätzung?
Er hat gesagt, dass ein solcher Schritt sehr viel Mut erfordere, aber dass er es mir zutraue. Wir haben dann ausgemacht, dass ich im Sommer während der Turnierpause mal zu ihm fahre, damit er mir in der Theorie alles erklären konnte. Also war ich zehn Tage bei ihm. Ich dachte noch auf der Anreise, dass ich wahrscheinlich sehr schnell alles verwerfen würde, aber ich wollte es unbedingt ausprobieren. Und dann hat es mir großen Spaß gemacht, und ich habe die kleine Chance gesehen, dass ich es wirklich lernen könnte.
Woran hast du diese kleine Chance festgemacht?
Ich war schon immer ein Mensch, der das Glück hat, schnell zu lernen. Und ich habe einen großen Ehrgeiz, bei Dingen, die ich wirklich können möchte, mit viel Beharrlichkeit am Ball zu bleiben. Ich bin neugierig auf verschiedene Sportarten und habe deshalb vieles ausprobiert. Mit meinem älteren Bruder habe ich mir richtige Battles darum geliefert, wer etwas schneller lernt. Einmal haben wir zu Weihnachten Keulen zum Jonglieren geschenkt bekommen, weil wir es mit Bällen schon konnten. Irgendwann haben wir darum gewettet, wer es als Erstes schafft, zehn Meter jonglierend auf einer Slackline zu balancieren. Ich bin überzeugt davon, dass die verschiedenen Bewegungsmuster, die ich mir durch solches Training angeeignet habe, mir auch bei der Umstellung sehr geholfen haben.
Du wolltest also die Umstellung durchziehen. Dennoch hat es mehr als ein Jahr gedauert, bis du es gewagt hast. Warum?
Weil ein solcher Wechsel auf ziemlich viel Gegenwehr stößt. Die meisten waren überzeugt davon, dass man mit diesem Belag schnell an Grenzen kommt und nichts ausrichten kann. Zudem hatte in meinem Alter noch niemand auf dem Niveau einen solchen Schritt gewagt. Und ganz ehrlich: Ich konnte diese Zweifel verstehen, denn ich hatte sie ja selbst. Aber ich wollte unbedingt beweisen, dass es gehen kann. Also habe ich, weil niemand mit mir trainieren wollte, einen Roboter gekauft und mit dessen Hilfe in vielen Wiederholungen die neue Schlagtechnik gelernt.
„Ich nehme wahr, dass wir uns in die richtige Richtung bewegen“
Genau zwei Monate nach dem Ende der Olympischen Winterspiele von Mailand Cortina hat Olaf Tabor am Mittwochnachmittag vor dem Sportausschuss des Deutschen Bundestages eine sportliche Bilanz gezogen und mögliche Schritte zur Verbesserung der Leistungssportförderung skizziert. „Wir zählen im Wintersport weiterhin zur Weltklasse, müssen aber dennoch etwas nachlegen, weil wir unsere sportlichen Ziele verpasst haben“, sagte der im Vorstand des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) für den Geschäftsbereich Leistungssport zuständige 55-Jährige in Berlin. Das Team D, das mit 185 Athlet*innen in 15 Disziplinen angetreten war, hatte in Norditalien auf Rang fünf des Medaillenspiegels die angepeilte Top-drei-Position ebenso nicht erreicht wie die Anzahl der 2022 in Peking (China) gewonnenen Medaillen. Vor vier Jahren waren es 27 gewesen, davon zwölfmal Gold, was zu Gesamtrang zwei gereicht hatte, diesmal kamen mit je achtmal Gold und Bronze sowie zehnmal Silber 26 Plaketten zusammen.
„Ich habe großen Respekt vor den Leistungen und der Arbeit des gesamten Teams. Olympische Spiele sind ein sehr positiv besetztes Thema, sie haben in Deutschland so viele Unterstützer wie lange nicht, und das hat auch das IOC zur Kenntnis genommen“, sagte Thomas Weikert, der der Politik für die in vielen Vor-Ort-Besuchen in Norditalien sichtbar gewordene Wertschätzung dankte. Olaf Tabor legte in seinem Vortrag Wert auf eine differenzierte Analyse, in der er betonte, dass sportlicher Erfolg auch in Zukunft unerlässlicher Bestandteil gelungener Olympischer Spiele sein müsse. „Daraus entsteht der Funke, der auf die Fans überspringt. Ohne erfolgreiche Athletinnen und Athleten wird es nicht funktionieren. Aber es geht mittlerweile um mehr als Medaillen“, sagte er.
Eine Umfrage nach dem Ende der Winterspiele hatte unterstrichen, dass die Bevölkerung Themen wie Teamgeist, sympathisches Auftreten und Fairness mindestens ebenso hoch einschätzt wie Medaillengewinne. „Wir waren hervorragende Botschafter für unser Land. Ich bin sehr stolz auf die olympischen Momente, von denen uns das Team D einige beschert hat. Das mediale Interesse an den Spielen hat unterstrichen, dass es ein Stück weit unabhängig vom sportlichen Erfolg ist. Das Auftreten des Teams war sehr positiv. Am Ende benötigen wir beides: erfolgreiche und sympathische Athletinnen und Athleten“, sagte er.
Auch Platzierungen von vier bis acht sind Weltklasseleistungen
In einem zusätzlichen Bilanzgespräch mit den DOSB-Medien gab Olaf Tabor zu, dass die Rekordzahl von 14 vierten Plätzen bei ihm stark nachwirke. „Ich kann damit weiterhin nicht gut leben, weil ich weiß, dass wir unser Medaillenpotenzial nicht ausreichend abgerufen haben.“ Während die im Medaillenspiegel auf Rang eins und zwei platzierten Topnationen Norwegen und USA mehr als 50 Prozent ihrer Medaillenchancen auch tatsächlich in Edelmetall umsetzten, lag die Konversionsrate im Team D bei weniger als 30 Prozent. „Andere Länder machen es besser als wir. Wir haben leider noch keine Idee, wie wir es abstellen können. Die Fachverbände sind bereits tief in die Analyse eingestiegen, die noch bis in den Juni weitergehen wird, zudem erstellt auch das IAT eine umfangreiche Analyse.“ Gleichzeitig unterstrich er, dass auch das Erreichen der Plätze vier bis acht als Weltklasseleistung gelten müsse. „In der Gesamtzahl der Platzierungen von eins bis acht lagen wir in Norditalien bei 68. Da waren wir bislang nur 2018 in Pyeongchang mit 74 besser als diesmal.“ Außerdem zeige die Anzahl von gut 60 Prozent Olympia-Debütant*innen im Team D, dass es durchaus gelänge, den Nachwuchs an die größte Bühne heranzuführen.
Dazu komme, dass der Großteil der Medaillen mitnichten von der Generation 30 plus gewonnen wurde. „Wir hatten auch in der Altersgruppe 25 bis 29 einen deutlichen Peak. Deshalb widersprechen wir auch deutlich der These, die Medaillen seien im Wesentlichen von den älteren Athletinnen und Athleten im Team gewonnen worden“, sagte er. Fakt sei, dass einst sichere Medaillenlieferanten wie zum Beispiel der nordische Skibereich unter ihren Möglichkeiten geblieben seien. Die Krise im Eisschnelllauf und Shorttrack – der einzigen Disziplin, in der keine deutschen Teilnehmenden qualifiziert waren – sei ebenfalls besorgniserregend. „Dafür haben wir im Eiskanal weiterhin eine deutsche Domäne, die wir als wichtigen Trumpf pflegen müssen“, sagte der Vorstand Leistungssport mit Blick auf die 73 Prozent der deutschen Medaillen, die im Bob, Rodeln und Skeleton gewonnen wurden.
Die Diskussion darüber, ob die Stärke im Schlittensport Fluch oder Segen sei, werde in dieser Form nur in Deutschland geführt. „Meine Kollegen aus anderen Nationen verstehen nicht, warum daraus bei uns so ein Thema gemacht wird“, sagte Tabor, der darauf verwies, dass die meisten Topnationen über einen deutlichen Schwerpunkt in ihrer Erfolgsbilanz verfügen. „Die Niederlande als Dritter der Gesamtwertung haben alle ihre 20 Medaillen im Eisoval geholt. Norwegen hat 80 Prozent seiner Medaillen auf schmalen Ski gewonnen, Schweden 73 Prozent im Langlauf und Biathlon, die Schweiz zwei Drittel im alpinen Skibereich.“ Für ihn folge daraus, die Domäne im Eiskanal unbedingt bewahren zu wollen. „Sie ist die Grundlage für unsere Medaillenausbeute. Stärken stärken und durch weitere Erfolge ergänzen, das muss die Prämisse sein.“
David Kirchner, David Kulessa und Moritz Weiberg gewinnen VDS-Nachwuchspreis
Der diesjährige VDS-Nachwuchspreis, gestiftet vom Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), stand unter dem Thema „Schul- und Universitätssport in Deutschland - Chancen und Herausforderungen“. Gesucht wurden Beiträge, welche die aktuelle Lage, Herausforderungen, Chancen sowie Wege zur Motivation junger Menschen zu mehr Bewegung beleuchten. Beiträge konnten in verschiedenen Formaten (z. B. Artikel, Video, Blog oder Radio) eingereicht werden. Teilnehmen durften Nachwuchsjournalist*innen (Jahrgang 1998 oder jünger), einzeln oder in Gruppen, auch ohne VDS-Mitgliedschaft.
Bei der Preisverleihung, am Montag, 20. April, im Rahmen der VDS-Gala in Berlin, gab es zwei erste Plätze. Die Preisträger sind Moritz Weiberg (Video) sowie David Kulessa und David Kirchner (Print). Das Gesamtpreisgeld wird unter den beiden Gewinnern aufgeteilt.
Einprägsamer Blick auf eine unterschätzte Krise
David Kulessa und David Kirchner – „Sportunterricht in Bayern“ (Schwerpunktseite Süddeutsche Zeitung / 16.09.25)
David Kirchner und David Kulessa von der Süddeutschen Zeitung haben auf einer ganzen Seite das Thema "Schulsport" aufwendig beleuchtet. Dabei arbeiten sie durch den Einsatz verschiedener journalistischen Darstellungsformen gekonnt die Herausforderungen des Schulsports in der heutigen Zeit heraus, insbesondere durch einprägsame Schilderungen aus der Praxis. Dies gelingt besonders durch die gelungene Darstellung der verschiedenen Perspektiven - von der Sportlehrerin, über die Schüler hin zum Sportpädagogen.
Alltagsnah und pointiert
Moritz Weiberg – „Problemfach Sport: Versetzung gefährdet?“ (u. a. ARD und BR / 08.05.25)
Moritz Weiberg hat die fünfköpfige Jury mit seinem Fernsehbeitrag zur schwierigen Situation des Schulsports überzeugt. Anschaulich und prägnant zeigt er zentrale Probleme wie marode Sportstätten und den zunehmenden Fachkräftemangel auf. Gelungen ist insbesondere die Zusammenführung vieler unterschiedlicher Stimmen aus der Praxis sowie die Einordnung anhand aktueller wissenschaftlicher Studien. Sein Beitrag verbindet sorgfältige Recherche mit klarer Erzählweise und macht so das Thema verständlich und wirkungsvoll sichtbar.
Die Lehre aus den Referenden: Deutschland will die Spiele
Passend dazu leuchtete die Hohenzollernbrücke, die den Rhein in Köln überspannt, in den Farben der olympischen Ringe.
Knapp 700 Kilometer liegen zwischen Kiel und München. Zwischen Aachen und Berlin sind es gut 500 Kilometer. Egal, wo man dieser Tage nachfragt: Die Menschen im Land wollen Olympische und Paralympische Spiele. Die Ergebnisse der Referenden am vergangenen Sonntag unterstreichen diese Entwicklung. Die am Konzept KölnRheinRuhr beteiligten Kommunen stimmten mit 66,0 Prozent für eine Bewerbung, in Kiel waren es 63,5 Prozent Zustimmung. Bereits im Oktober 2025 hatte München ein positives Votum mit 66,4 Prozent Zustimmung abgegeben. Insgesamt haben inzwischen mehr als 1,2 Millionen Menschen bereits ihr „Ja“ zu Olympia und Paralympics in Deutschland gegeben, am 31. Mai sollen in Hamburg viele weitere positive Stimmen folgen.
Auch in Berlin ist die Bürgerbeteiligung in vollem Gange. Am Dienstag wurde dem Senat eine Bürgercharta für Olympia übergeben. Sie ist das Ergebnis eines mehrstufigen Beteiligungsprozesses – bestehend aus verschiedenen Workshops, einer Kiez-Tour in allen Bezirken sowie einem Bürger- und Jugendforum. Das Dokument bündelt die vielfältigen Stimmen der Berliner Stadtgesellschaft zu zehn konkreten Handlungsempfehlungen für verantwortungsvolle, nachhaltige und gemeinsam gestaltete Olympische und Paralympische Spiele in Berlin.
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Die Begeisterung für die Olympische Idee ist kein regional begrenztes Phänomen. Sie verbindet Menschen zwischen Rhein und Ruhr ebenso wie an der Ostsee, im Süden und bundesweit. Olympische und Paralympische Spiele sind die Bewegung, die Deutschland jetzt braucht. Eine Idee, die verfängt. Laut einer repräsentativen Umfrage von Dezember 2025 wünschen sich 74 Prozent der Bürgerinnen und Bürger Olympische und Paralympische „Heimspiele“ in Deutschland. Damit zeigt sich eine breite gesellschaftliche Basis, die weit über einzelne Regionen hinausgeht.
Diese Ergebnisse sind dabei mehr als reine Zustimmungswerte. Sie zeigen, dass Olympische und Paralympische Spiele in Deutschland in der Lage sind, demokratische Mehrheiten hinter sich zu vereinen. Olympia kann den Sport wieder stärker in den Mittelpunkt der Gesellschaft rücken, Menschen aktivieren und Impulse setzen, die wirken. Mit Blick auf das anstehende Referendum in Hamburg am 31. Mai sowie den weiteren Beteiligungsprozess in Berlin wächst das Momentum weiter. Der Rückenwind für eine starke deutsche Bewerbung nimmt spürbar zu. Das internationale Interesse an einer deutschen Bewerbung ist durch die Ergebnisse aus NRW und Kiel sicher nicht geringer geworden.
Deutschland will die Spiele. Sie sind die Bewegung, die das Land jetzt braucht.



