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KI im Sportverein: Sechs praxisnahe Tipps

Sportvereine und -verbände stehen vor der Herausforderung ihre Strukturen zukunftsfähig weiterzuentwickeln. Digitale Werkzeuge spielen dabei eine immer größer werdende Rolle. KI kann helfen, Arbeitsprozesse zu vereinfachen, Kommunikation zu verbessern und Engagierte oder Hauptberufliche gezielt zu entlasten, wenn sie verantwortungsvoll und zielgerichtet eingesetzt wird. 

Studien, Praxisbeispiele und Fachforen im organisierten Sport haben gezeigt, dass die KI sich besonders für Textarbeit, Kommunikation, einfache Auswertungen und administrative Prozesse eignet. Gleichzeitig braucht es klare Regeln, Schulung und einen verantwortungsvollen Umgang, insbesondere beim Schutz von Mitgliederdaten und persönlichen Informationen. Wir haben für euch mit Hilfe der KI selbst, fünf praxisnahe Tipps und Anregungen zusammengestellt.

„Nur in den Sonnenuntergang zu schauen, das wäre mir doch zu wenig“

Er sei eine „Humörbombe“, hat der frühere dänische Fußball-Nationalspieler Thomas Gravesen einst gesagt - und damit einen Kultbegriff geschaffen. Allerdings kannte der exzentrische Kicker, der in der Bundesliga für den Hamburger SV spielte, Folker Hellmund nicht, sonst hätte er sich maximal als „Humörböller“ bezeichnen dürfen. Denn der Mann, der seit 2009 das EOC-EU-Büro in Brüssel als Direktor leitet, ist in den wochentäglichen Morgenkonferenzen der Führungsebene des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) der Stimmungsgarant. Nun jedoch muss ein Nachfolger für den Gute-Laune-Stifter gefunden werden. An diesem Dienstag hat der 65-Jährige seinen letzten Arbeitstag - und natürlich darf der gebürtige Nienburger nicht gehen, ohne in einem Abschiedsinterview Bilanz zu ziehen.

DOSB: Folker, nach mehr als 17 Jahren an der Spitze des EOC-EU-Büros läutet für dich heute die letzte Glocke. Mit welchen Emotionen gehst du in den Ruhestand?

Folker Hellmund: Es gibt drei Möglichkeiten, mit so einem Schritt umzugehen. Entweder hat man schon vor Monaten aufgegeben und es gibt keinen Unterschied mehr zwischen Arbeit und Rente. Oder man ackert bis zum letzten Tag, wacht dann am nächsten Morgen auf und denkt: Irgendwas ist komisch heute. Oder, und für diese Möglichkeit habe ich mich entschieden: Man arbeitet mit Freude bis zum letzten Tag, hat aber einen Plan für die Zeit danach gemacht.

Wie sieht dieser Plan aus?

Meiner gilt zunächst für einige Monate. Zunächst reise ich im April mit meiner Frau nach Japan, danach stehen einige Radtouren mit Freunden an. Im Mai feiere ich im DOSB meinen Ausstand, im Juni besuche ich einen Freund auf Mallorca und schaue mit ihm die Fußball-WM. Und ich plane, mehr Zeit mit meinen Kindern zu verbringen. Mein Sohn lebt in Göttingen, meine Tochter in Frankfurt. Die werde ich häufiger besuchen, sofern sie nicht schnell genervt sind von mir.

Du hast nie den Eindruck hinterlassen, von deiner Arbeit genervt zu sein. Wie sehr, fürchtest du, wird sie dir fehlen?

Es mag abgedroschen klingen, aber für mich war der Job wirklich Berufung und nicht nur Beruf. Es war viel mehr als ein normaler Arbeitsplatz, immerhin hatte ich die Ehre, der Erste zu sein, der das EOC-EU-Büro leitet. Ich hatte mich schon 1993, als das EU-Büro des deutschen Sports gegründet wurde, um die Leitungsstelle beworben und bin hinter Christophe de Kepper Zweiter geworden. Ich habe mich also schon vor mehr als 30 Jahren mit der Thematik befasst und bin sehr dankbar, dass ich 2007 die Chance bekommen habe, die Leitung zu übernehmen und zwei Jahre später das Konzept des EOC-EU-Büros umzusetzen. Wie sehr es mir fehlen wird, kann ich ehrlich gesagt noch nicht einschätzen. Ich glaube, dass ich die Beschäftigung mit den Themen, die mir am Herzen liegen, sehr vermissen werde. Es war mir immer extrem wichtig, dass der Sport die Wertschätzung bekommt, die er aus meiner Sicht verdient, und daran mitzuarbeiten, ihn auf EU-Ebene zu verankern und auf Bereiche auszudehnen, die nicht unmittelbar mit Sport zu tun haben, war eine große Bereicherung. Aber ich habe auch nicht vor, mich komplett aus allem herauszuziehen. Ich möchte mich weiter informiert halten, deshalb wird die Lücke, die nun entsteht, vielleicht gar nicht so groß werden.

Worin lag vor fast 20 Jahren, als du ins EU-Büro des deutschen Sports gewechselt bist, dein Anreiz, dich auf europäischer Ebene für den Sport einzusetzen?

Dieser Anreiz, mich international zu betätigen, war ja schon viel länger da. Ich habe 15 Jahre in Brüssel für das Hanse-Office, die Landesvertretung Hamburgs und Schleswig-Holsteins, gearbeitet und das politische Umfeld kennen gelernt. Deshalb wusste ich, dass es mir in der neuen Tätigkeit gefallen würde. Schon während meines Studiums hatte sich bei mir der Eindruck verfestigt, dass wir Deutschen oft zu sehr auf uns schauen. Wir sind eine große Wirtschaftsnation in Europa und haben genug eigene Themen. Aber wir können sehr viel von kleineren Nationen lernen, die oft deutlich pragmatischer handeln als wir. Und das habe ich im Sport genauso erlebt. Durch internationale Vernetzung erhalten wir so viele wichtige Impulse, und diese zu nutzen und in die deutsche Sportpolitik zu tragen, war mir stets ein Anliegen.

Hat der DOSB, der seit 2007 dein Arbeitgeber ist, dieses Anliegen stets mitgetragen? Wie war deine Arbeit im Dachverband angesehen?

Da gab es tatsächlich Unterschiede, nicht jede Führung hatte das Thema Europa/Internationales hoch auf der Agenda. Ich habe großes Verständnis dafür, dass der DOSB täglich mit vielen nationalen Themen konfrontiert ist, die selbstverständlich Priorität haben. Aber das Nationale funktioniert nicht ohne das Internationale, und bei der aktuellen Führung habe ich, nicht zuletzt auch dank der Bewerbungspläne für Olympische und Paralympische Spiele, den deutlichen Eindruck, dass das Internationale wieder stärker gewichtet wird und viel Verständnis für unsere Arbeit herrscht. Das ist sehr wichtig.

Worin lagen in deiner Anfangszeit die größten Herausforderungen?

Als ich anfing, arbeiteten vier Menschen für das EU-Büro des deutschen Sports, aber keiner kam aus Deutschland und die Anbindung an den DOSB war eher gering. Das war anfangs mein Job, das in Gang zu bringen. Dann hatten 2009 der damalige DOSB-Präsident Thomas Bach und der irische EOC-Chef Patrick Hickey die Idee, das Büro zum EOC-EU-Büro umzubauen. Aber es gab dafür keine Gebrauchsanweisung, wir mussten alles selbst entwickeln. Also haben wir uns Operational Guidelines geschrieben, die bis heute unverändert gelten. Es war eine Zeit des Aufbruchs, ich habe viel Pioniergeist verspürt. Meine wichtigste Aufgabe bestand darin, europaweit Anerkennung für das Thema zu schaffen. Zu Beginn wurde das Büro von fünf Organisationen unterstützt: dem IOC, dem EOC, dem DOSB, der Bundessportorganisation Österreichs und dem französischen Sportverband. Mir war klar: Wenn wir eine Zukunft haben wollten, mussten wir eigenes Personal einstellen und vor allem Einnahmen generieren. Dafür mussten wir Dienstleistungen entwickeln, die für Partner aus Nationalen Olympischen Komitees und Sportverbänden interessant sein könnten.

Wie ist das gelungen?

Der Lissabon-Vertrag von 2009 hat uns zum Durchbruch verholfen. Er hat eine Grundlage für ein EU-Sportprogramm geschaffen. Das Erasmus-Förderprogramm wurde für den Sport geöffnet, was einen entscheidenden Anstoß dafür gegeben hat, dass wir Mittel generieren konnten. Unser Ziel war, vor allem an die Sportverbände heranzutreten, die häufig von EU-Rechtsprechung betroffen sind. Dazu mussten wir uns breiter aufstellen. Über die Jahre sind wir von fünf unterstützenden Organisationen auf 38 Partner gewachsen, mit dem Europaverband im Rudern kommt Nummer 39 hoffentlich bald dazu. Das hat unsere Reputation in Brüssel und in der EU erheblich verbessert. Die Dazunahme des paralympischen Sports 2024 hat das Ganze abgerundet. Mir war es immer sehr wichtig, dass wir das komplette Paket bespielen und mitdenken. Wir verstehen uns ja als Vertretung der olympischen Komitees, wir sprechen für die olympische Bewegung. Aber wir wollten immer auch über unseren Tellerrand hinausschauen.

Wenn wir auf die Dienstleistungen schauen, die ihr anbietet: Gibt es Projekte, die dir besonders am Herzen liegen, die du als dein Vermächtnis bezeichnen würdest?

Ach, Vermächtnis ist ein großes Wort. Die Legacy hat eine kurze Halbwertzeit, ich erwarte jedenfalls nicht, dass man mir hier ein Denkmal baut. Aber es gibt schon einige außergewöhnliche Projekte wie zum Beispiel Ocean oder Safe Harbour, das mittlerweile von 31 NOKs unterstützt wird, mit denen wir einen Nerv getroffen haben. Darüber bin ich sehr froh. Dazu kommt das Corporation Agreement, das die gegenseitige Zusammenarbeit und Unterstützung zwischen der EU-Kommission und dem EOC regelt, das wir vor fünf Jahren verhandelt haben und das nun bereits in der zweiten Fassung vorliegt. Das bildet eine sehr stabile Grundlage für die Zukunft. Dass wir mittlerweile außerhalb von Erasmus eine spezielle Förderung dafür bekommen, um Erfahrungen aus Projekten an Akteure weiterzugeben, die nicht Teil dieser Projekte waren, aber von den Ergebnissen profitieren könnten, unterstreicht die Qualität der Arbeit, die wir leisten.

Alfons Hölzl spricht für die Spitzenverbände im DOSB

Der Präsident des Deutschen Turner-Bundes, Alfons Hölzl ist am Samstag (28. März) in Potsdam von der Konferenz der Spitzenverbände einstimmig zum Vorsitzenden der Sprechergruppe der Spitzenverbände gewählt worden. Der 57-jährige Anwalt aus Bayern folgt Andreas Michelmann (Deutscher Handball-Bund), der das Sprecheramt seit 2022 innehatte.

„Ich freue mich sehr auf die bevorstehende Aufgabe und danke den Spitzenverbänden herzlich für das entgegengebrachte Vertrauen“, sagte Hölzl nach seiner Wahl.“ „Gerade im Kontext der Olympiabewerbung und des Sportfördergesetzes gilt es nun, gemeinsam entschlossen voranzugehen.“

Alfons Hölzl ist seit 2016 Präsident des Deutschen Turner-Bundes. Zuvor war er neun Jahre lang Präsident des Bayerischen Turnverbandes.

Weitere Mitglieder der Sprecher*innengruppe sind Mona Küppers, Jörg Brokamp, Dr. Julia Walter und Dr. Andre Sander. Neu in der Gruppe sind außerdem Gerd Kohlhofer und Michael Hölz. Weitere Mitglieder werden erst am Jahresende gewählt bzw. bestätigt.

„Ich finde, dass der DOSB öfter eine Mittlerposition übernehmen könnte“

Als Aktiver konnte er im Rettungsschwimmen mehrere Einzel-Goldmedaillen bei Europameisterschaften gewinnen und wurde zum Ende seiner Karriere Weltmeister. Seit 2020 ist Kai Schirmer Sportdirektor der Leistungssportsparte in der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), und in dieser Eigenschaft bringt sich der 38-Jährige, der aus Bielefeld stammt, in verschiedenen Bereichen ein. Die Anfrage, ob er im Rahmen unserer Serie „20 Jahre DOSB“, in der wir wöchentlich bis zum Jubiläum am 20. Mai Themen aus dem Kosmos des organisierten Sports beleuchten, die Außensicht einer Mitgliedsorganisation auf den DOSB schildern könne, nahm er gern an. „Für mich ist wichtig, dass wir den Austausch gegenseitig mit Leben erfüllen, um gemeinsam alles dafür zu tun, dass der Sport in Deutschland den Stellenwert erhält, den er verdient“, sagt er.

DOSB: Kai, du kennst die Strukturen des deutschen Sports seit vielen Jahren aus verschiedenen Blickwinkeln. Wann hast du erstmals Kontakt mit dem DOSB gehabt und wie hat sich dieser über die Jahre entwickelt?

Kai Schirmer: Die Entwicklung kann ich mit der Zeit vergleichen, als ich selbst noch aktiver Athlet war. Die Zusammenarbeit mit dem DOSB hat sich über die Jahre intensiv professionalisiert. Meinen ersten Kontakt als Funktionär in der DLRG hatte ich 2017 in der Vorbereitung auf die World Games in Polen, da war ich Assistent der Bundestrainerin und wusste noch nicht viel über die Strukturen des DOSB. Damals hatte ich erstmals Kontakt zum „Games Management“. Die World Games spielten dort 2017 noch eine untergeordnete Rolle. Die Wertschätzung für unsere Athletinnen und Athleten, aber auch für das gesamte Thema hat sich enorm erhöht. Wenn ich sehe, wie professionell die Einkleidung, die Vorbereitung und die Durchführung der World Games in China im vergangenen Jahr waren, definiere ich das auch als Anerkennung unserer Arbeit, über die wir uns sehr freuen.

Der DOSB führt den Bezug zu Olympia im Namen. Ist es deines Gefühls nach innerhalb, aber vor allem auch außerhalb der Sportblase bekannt, dass auch der nicht-olympische Sport unter unserem Dach organisiert ist?

Mein Gefühl ist, dass wir uns auf einem guten Weg befinden, aber noch lange nicht da sind, wo wir gemeinsam hinwollen. Gerade im Gespräch mit Kolleginnen und Kollegen aus dem Ausland muss ich immer wieder erklären, warum wir mit der DLRG Teil des Nationalen Olympischen Komitees sind. Ich werde aber nicht müde, das Thema voranzutreiben. Und für mich persönlich ist das überhaupt kein Problem, dass der DOSB so heißt, wie er heißt, denn wir fühlen uns im Dachverband durchaus gesehen und wertgeschätzt. Einen Kritikpunkt habe ich aber.

Welchen?

Wir hätten uns als Gemeinschaft der nicht-olympischen Verbände gewünscht, dass auf der Mitgliederversammlung im vergangenen Jahr der Veränderung der Präsidiumsstruktur zugestimmt worden wäre, damit hätte einer Person aus unserem Bereich garantiert ein Platz im Präsidium zugestanden werden können. Für die Sichtbarkeit innerhalb des DOSB wäre das ein wichtiger Schritt gewesen.

Worin siehst du die wichtigsten Aufgaben, die der DOSB zu erfüllen hat?

Er ist für mich das Bindeglied zwischen Breiten- und Leistungssport und dafür zuständig, dass beide Bereiche auskömmlich finanziert werden und sich stetig weiterentwickeln können. Und er ist die Stimme des Sports gegenüber der Politik.

Wie erfüllen wir diese Aufgaben?

Grundsätzlich zufriedenstellend, aber es gibt schon ein paar Dinge, die verbesserungswürdig sind. Ich glaube, dass der DOSB noch stärker in die Rolle des Koordinatoren gehen könnte. Es ist wegen der Verbandsautonomie selbstverständlich schwierig, in die Hoheit der Fachverbände einzugreifen. Aber ich finde, dass der DOSB öfter eine Mittlerposition übernehmen könnte. Im gegenseitigen Austausch zwischen den Verbänden können wir auch besser werden, zum Beispiel in dem Bereich, Sportlerinnen und Sportlern den Wechsel zwischen Verbänden zu vereinfachen. Wenn ein Sprinter aus der Leichtathletik als Anschieber zum Bobsport wechseln möchte, oder wenn eine Schwimmerin merkt, dass sie die olympischen Anforderungen nicht erfüllt, aber im Rettungsschwimmen die Chance hätte, bei den World Games Medaillen zu holen: Da könnte die Vernetzung noch besser funktionieren. Außerdem ist offensichtlich, dass die Sportförderung zielgerichteter werden muss. Unser Sport ist in Australien sehr beliebt, deshalb ist mir deren Fördersystem sehr geläufig, und ich muss sagen: Da könnten wir uns einiges abschauen! Wir brauchen im gesamten System Ideen, um unsere besten Trainerinnen und Trainer bei uns zu halten oder sogar internationales Spitzenpersonal nach Deutschland zu holen. Auch da sehe ich den DOSB im Lead.

Ihr Ziel: Mindestens das zweitbeste deutsche Team werden

Die allermeisten Menschen, die nach Nayarit reisen und dort nicht leben, kommen zum Urlaubmachen. Der kleine Bundesstaat an der Pazifikküste Mexikos lockt mit bestem Wetter und Traumstränden. Die äußeren Umstände sind zwar für Lea Kunst und Melanie Paul auch nicht ganz unwichtig, Ferien allerdings stehen für sie nicht auf dem Plan, sie sind aktuell zum Arbeiten in Mittelamerika. Die beiden Beachvolleyballerinnen kämpfen an diesem Wochenende beim Turnier der Challengerserie, in das sie in der Nacht zu Freitag mit zwei Siegen starteten und damit direkt im Achtelfinale in der Nacht zum Samstag stehen, um Preisgeld und Ranglistenpunkte. Sie tun das unter aufmerksamer Beobachtung der nationalen und internationalen Konkurrenz. Nachdem das Duo in seiner Premierensaison 2025 vor allem bei der WM in Adelaide (Australien) für Aufsehen gesorgt hatte, wird es zu Beginn der neuen Spielzeit als potenzielles deutsches Olympiateam für die Sommerspiele 2028 in Los Angeles gehandelt.

Eine Einordnung ist das, mit der die beiden sich durchaus identifizieren. Kalifornien steht für Juli 2028 fett unterstrichen in ihrer vorläufigen Reiseplanung. „Wir wollen zu den Spielen und dafür in den kommenden Jahren mindestens das zweitbeste deutsche Team werden“, sagt Abwehrspielerin Melanie, die mit 1,77 Metern Körperlänge neun Zentimeter kleiner ist als ihre Blockpartnerin. Die nationale Dominanz der aktuellen Weltranglistenachten Svenja Müller (25)/Cinja Tillmann (34) zu beenden, steht dabei nicht unbedingt vornean, die beiden Weltranglisten-35. sehen sich eher in Konkurrenz mit Linda Bock (25) und Louisa Lippmann (31). „Es ist ein spannender Dreikampf, in den auch noch andere Teams eingreifen können“, analysiert Lea den seit Jahren sehr intensiven nationalen Konkurrenzkampf, „wir haben in 2025 gesehen, dass untereinander jeder gegen jeden gewinnen kann. Für uns wird es deshalb darauf ankommen, dass wir uns bestmöglich weiterentwickeln!“

Das Duo trainert seit einem Jahr am Stützpunkt Stuttgart

Um das schaffen zu können, haben sich die beiden Sportsoldatinnen, die wie mittlerweile fast alle Topteams für den Düsseldorfer Verein Eintracht Spontent starten, zu Beginn ihrer gemeinsamen Karriere dafür entschieden, nicht am Hamburger Bundesstützpunkt mit Müller/Tillmann und Bock/Lippmann zu trainieren, sondern unter Cheftrainer Jörg Ahmann am Stützpunkt Stuttgart zu arbeiten. „Wir wollten unbedingt am gleichen Ort mit dem gleichen Trainer trainieren, um uns im Gleichschritt zu entwickeln. Stuttgart bietet eine hervorragende Infrastruktur, wir fühlen uns dort sehr wohl“, sagt Melanie, für die die Landeshauptstadt Baden-Württembergs nach Jahren des Ausprobierens feste Heimat werden soll. Die 25-Jährige wurde in Argentinien geboren, wo der Vater als Bauingenieur tätig war, und wuchs in Chile auf, wo sie mit dem Beachvolleyball begann. Zum Studium ging es zunächst in die USA, „weil ich dachte, dort Ausbildung und Sport perfekt verbinden zu können.“

Während der Corona-Zeit begann sie jedoch, mit ihrer Schwester Mariela auf der deutschen Tour zu spielen – und entschied nach dem Master-Abschluss in Nordamerika, langfristig in Deutschland bleiben und ihr sportliches Glück finden zu wollen. Mittlerweile studiert sie an der Sporthochschule in Köln Sport- und Gesundheitstechnologie – und ist nach mehreren Spielpartnerinnen-Wechseln nun überzeugt, in Lea Kunst diejenige gefunden zu haben, mit der sie ihre Olympiaambitionen umsetzen kann. „Wir hatten sofort das Gefühl, dass wir sehr gut zueinander passen, sowohl auf dem Feld als auch im Alltag“, sagt Lea – und erntet ein energisches Nicken ihrer Teamkollegin. „Ich empfinde es als besonders wichtig, dass wir eine ähnliche Spielphilosophie haben, wir agieren beide sehr kreativ und mit viel Spielwitz“, sagt Melanie.

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