Neues aus Sportdeutschland
Deutschland geht mit München ins Rennen um Olympische und Paralympische Spiele
Um 14.43 Uhr am Samstagnachmittag war die Entscheidung offiziell: Deutschland geht mit München in das internationale Rennen um die Austragung der Olympischen und Paralympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeiner verkündete gemeinsam mit DOSB-Präsident Thomas Weikert das Ergebnis in einer Sportschau-Sendung aus dem Kurhaus Baden-Baden live im Ersten.
Nach dem Rückzug Berlins standen nur noch zwei Bewerbungskonzepte zur Wahl. Deshalb war bereits nach einem Wahlgang am Vormittag entschieden, dass die stimmberechtigten Delegierten der außerordentlichen Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) München mit 64,91 Prozent der Stimmen zum nationalen Bewerber gewählt haben. 91 Stimmen entfielen auf München, 50 Stimmen auf KölnRheinRuhr. Abstimmungsberechtigt waren die 42 olympischen Fachverbände mit je drei Stimmen sowie mit je einer Stimme die zehn Mitglieder des DOSB-Präsidiums und acht Persönliche Mitglieder, von denen Elena Gilles, Leon Goretzka und Anna Schaffelhuber aus persönlichen Gründen nicht teilnehmen konnten. So waren insgesamt 141 Stimmen zu vergeben.
DOSB-Präsident Thomas Weikert sagte: „Heute ist ein guter Tag für den deutschen Sport. Am Ende des nationalen Prozesses steht mit München ein sehr guter Bewerber, der mit seinem Konzept Sportdeutschland am meisten überzeugt hat. Jetzt beginnt ein neuer Abschnitt: Wir werden mit München gemeinsam den nächsten Schritt gehen und Deutschland im internationalen Wettbewerb um die Olympischen und Paralympischen Spiele vertreten.“
Der DOSB-Vorstandsvorsitzende Otto Fricke sagte: „Ich gratuliere der Landeshauptstadt München und ihrem Oberbürgermeister Dominik Krause sowie dem Freistaat Bayern und seinem Ministerpräsidenten Markus Söder zur Wahl als nationaler Bewerber sowie allen Unterstützerinnen und Unterstützern im und außerhalb des Sports. Die Mitgliederversammlung hat heute in einem demokratischen Verfahren entschieden. Damit haben wir einen klaren Auftrag für die nächste Phase der Bewerbung.“
„Das sind Chancen, die eine Gesellschaft nutzen sollte“
DOSB: Esther, du hast als Sportjournalistin schon viele große Sportmomente erlebt. Gibt es einen Sportmoment, der dich bis heute besonders bewegt oder geprägt hat?
Esther Sedlaczek: Für mich gibt es gar nicht den einen Moment. Es ist vielmehr eine besondere Atmosphäre, die ich bis heute in Erinnerung behalten habe: die der European Championships 2022. Dieses Event war eine Premiere für mich, da es mein erstes Multisportevent als Moderatorin war. Und das noch in München, im eigenen Land, in meiner Heimat.
Am kommenden Samstag führst du durch die Sendung, in der bekannt wird, mit welcher Region Deutschland ins internationale Rennen um die Olympischen und Paralympischen Spiele geht. Wie bereitest du dich auf einen solchen Tag vor und worauf freust du dich am meisten?
Es stehen noch zwei Bewerberstädte bzw. -regionen zur Wahl. Als Moderatorin setze ich mich selbstverständlich mit den einzelnen Regionen auseinander. Dazu gehören ihre Konzepte und auch die Stimmung, die vor Ort herrscht. Ich persönlich lebe in München, da erlebe ich natürlich auch wahnsinnig viel mit. Dennoch wird es auch für mich ein spannender Moment am Samstag. Die Chance, Olympische und Paralympische Spiele hier in Deutschland selbst mitzuerleben, ist auch für mich etwas ganz Besonderes. Insofern wird es für mich so oder so nicht nur ein reiner Moderationsjob sein, sondern auch ein Ereignis, das mich emotional mitnimmt. Ich hätte wahnsinnig Freude daran, die Spiele hier zu erleben – egal in welcher Region, Hauptsache hier in Deutschland.
Olympiabewerbung: Wie läuft die Auswahl des deutschen Kandidaten?
Was steht an?
Am Samstag, dem 26. September, entscheidet sich im Kurhaus Baden-Baden, welcher deutsche Bewerber ins internationale Rennen um die Ausrichtung der Olympischen und Paralympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044 beim IOC gehen wird. Die außerordentliche Mitgliederversammlung (AOMV) des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) beginnt um 9 Uhr.
Bereits am Vortag finden diverse Sitzungen zur Vorbereitung statt. So tagt von 11 bis 14 Uhr das DOSB-Präsidium. Von 15 bis 16 Uhr finden die Vollversammlungen der olympischen und nicht-olympischen Fachverbände statt, von 16.30 bis 18 Uhr treffen sich die Spitzenverbände zur Konferenz. Und auch die Athletinnen und Athleten kommen zwischen 15 und 18 Uhr zu einer hybriden Vollversammlung zusammen.
Warum findet die AOMV in Baden-Baden statt?
Auf der 19. Mitgliederversammlung des DOSB am 3. Dezember 2022 in Baden-Baden wurde mit einem einstimmigen Beschluss der Grundstein für den mehrstufigen Strategieprozess zu einer möglichen Bewerbung um die Ausrichtung Olympischer und Paralympischer Spiele gelegt. Am kommenden Samstag kehrt der DOSB damit an den Ausgangspunkt dieses Prozesses zurück: In Baden-Baden entscheidet die außerordentliche Mitgliederversammlung über den nationalen Bewerber für die Olympischen und Paralympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044.
Wie kann ich die Veranstaltung verfolgen?
Die AOMV gliedert sich in zwei Teile. Der erste Teil beginnt um 9 Uhr und enthält auch den Teil der Abstimmung. Die Tagesordnung ist hier einzusehen. Der erste Teil kann hier im Livestream des DOSB verfolgt werden.
Wo kann ich die Bekanntgabe des nationalen Bewerbers verfolgen?
Die Verkündung des nationalen Bewerbers um Olympische und Paralympische Spiele erfolgt im zweiten Teil der AOMV in einer Sportschau-Sondersendung live in der ARD. Die Sendung läuft von 13.45 bis 14.45 Uhr live in der ARD sowie in einigen dritten Programmen und im Live-Stream in der ARD-Mediathek. Die Sendung moderiert Esther Sedlaczek.
Welche Konzepte stehen zur Wahl?
Die stimmberechtigten Delegierten der außerordentlichen Mitgliederversammlung des DOSB haben am kommenden Samstag die Wahl zwischen drei Konzepten für die Olympischen und Paralympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044: Berlin+, KölnRheinRuhr und München.
Auf welcher Grundlage wird abgestimmt?
Für die Vorbereitung der Wahl auf der AOMV wurde in Abstimmung mit den olympischen Spitzenverbänden und dem Bund eine Bewertungsmechanik entwickelt, deren inhaltlicher sowie zeitlicher Aufbau auf der DOSB-Mitgliederversammlung 2025 mit großer Mehrheit verabschiedet wurde. Anhand dieser Mechanik konnten die Konzepte in den jeweiligen Kategorien nachvollziehbar überprüft bzw. bepunktet werden. Die Evaluierung kommt zu dem folgenden Ergebnis: München (87,03 Punkte) und KölnRheinRuhr (85,02) erhielten die Wertung „sehr gut“, Berlin+ (74,64) wurde als „gut“ eingestuft. Eine Evaluierungskommission, bestehend aus sechs stimmberechtigten Personen und drei Beisitzenden ohne Stimmrecht, deren genaue Zusammensetzung hier zu finden ist, hatte den Bewertungsprozess überprüft und am Dienstag (22. September) nach ihrer letzten Sitzung bestätigt. Für die stimmberechtigten Delegierten wurde somit eine sachgerechte Entscheidungsgrundlage geschaffen. Eine Wahlempfehlung, die möglich, aber nicht bindend gewesen wäre, hat die Kommission nicht ausgesprochen.
Wer nimmt teil?
Zur AOMV wurden alle Mitglieder der DOSB-Mitgliederversammlung gemäß Satzung eingeladen. Dazu gehören u. a. die Vertreter*innen der 103 DOSB-Mitgliedsorganisationen. Die Anzahl der entsendbaren Delegierten richtet sich nach den jeweiligen Stimmrechten der Organisationen gemäß DOSB-Satzung. Unter den Gästen befinden sich auch einige prominente Persönlichkeiten aus Sport und Politik. So wird Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier als Schirmherr des DOSB die Veranstaltung begleiten und ein Grußwort halten sowie an der Verkündung des nationalen Bewerbers teilnehmen. Aus dem Sport vertreten sein werden unter anderem Boris Becker, Michael Groß, Isabell Werth, Alexandra Burghardt, Matthias Steiner, Svenja Brunckhorst, Niko Kappel und viele mehr.
Wer darf abstimmen?
Stimmberechtigt sind gemäß § 16 der DOSB-Satzung die 42 olympischen Spitzenverbände mit jeweils drei Stimmen. Hinzu kommen mit je einer Stimme die zehn Mitglieder des DOSB-Präsidiums, die beiden deutschen IOC-Mitglieder Kim Bui und Michael Mronz eingeschlossen, sowie acht persönliche Mitglieder, die zuvor Aktive des Team-D waren. Drei von ihnen - Elena Gilles, Leon Goretzka und Anna Schaffelhuber - haben aus persönlichen Gründen absagen müssen. Daraus ergibt sich nach §16 eine Gesamtstimmenzahl von 141 Stimmen. Mehr Informationen dazu gibt es hier.
Wie viele Stimmen sind zum Erfolg notwendig?
Um als nationaler Bewerber gewählt zu werden, ist eine absolute Mehrheit notwendig. Das bedeutet: Mehr als die Hälfte der abgegebenen Stimmen muss auf einen Bewerber entfallen. Außerdem gilt: Die Stimmen eines Verbandes müssen geschlossen abgegeben werden. Eine Aufteilung der Stimmen eines Verbandes ist nicht zulässig.
Wie geht es mit der Olympiabewerbung weiter?
Der aktuelle Bewerbungsprozess ist eine nationale Aufgabe. Es geht dabei nicht nur um die Frage „Wo?“, sondern vor allem darum, wie wir Deutschland vor, während und nach den Spielen fit für die Zukunft machen können. Die Spiele sind die Bewegung, die Deutschland jetzt braucht. Am 26. September entscheidet sich, welcher Kandidat für unser Land ins Rennen geht. Im Anschluss wird es darum gehen, den eingeschlagenen Weg gemeinsam weiterzugehen. Aufgabe des DOSB wird es sein, dafür zu sorgen, dass die Legacy der Bewerbung im gesamten Land wirkt und das aktuelle Momentum erhalten bleibt. Die Begeisterung für die Bewerbung um Olympische und Paralympische Spiele soll dabei über den gesamten weiteren Prozess hinweg spürbar bleiben.
Mit dem IOC befindet sich der DOSB seit November 2025 im Continuous Dialogue. Auf den Continuous Dialogue folgt der Strategic Dialogue. Diese strategische Dialogphase soll im Rahmen der Vergabe der Spiele 2036 erstmals im März 2027 beginnen und den Austausch zwischen dem IOC und interessierten Bewerbern weiter vertiefen, auch um eine möglichst hohe Passfähigkeit mit den IOC-Zielen zu schaffen. Ende 2028 soll dann der Targeted Dialogue mit einem oder mehreren Bewerbern eröffnet werden. Die Entscheidung über den Ausrichter für 2036 soll im Sommer 2029 fallen.
#ThanksCoachDay: Acht Gründe, warum Trainer*innen unverzichtbar sind
Mehr als acht Millionen Menschen engagieren sich im organisierten Sport in Deutschland. Viele von ihnen übernehmen Verantwortung als Trainer*innen und Übungsleiter*innen. Rund 560.000 verfügen über eine gültige DOSB-Lizenz. Sie sorgen dafür, dass Sportangebote stattfinden, begleiten Menschen auf ihrem sportlichen Weg und leisten einen wichtigen Beitrag für Zusammenhalt, Bildung und Gesundheit in unserer Gesellschaft.
Trainer*innen waren schon immer mehr als reine Coaches. Sie motivieren, vermitteln Werte, fördern Talente und schaffen Gemeinschaft. Ohne sie wäre Sportdeutschland nicht denkbar.
Acht Gründe, warum Trainer*innen unverzichtbar sind
1. Sie machen Sport überhaupt erst möglich.
Trainer*innen und Übungsleiter*innen sind die Schlüsselpersonen im Vereinssport. Sie organisieren und gestalten Angebote für Millionen Menschen und begleiten Sportler*innen vom ersten Training bis in den Spitzensport.
2. Sie entdecken und fördern Talente.
Ob erste Bewegungserfahrungen oder internationale Erfolge: Der Grundstein für sportliche Entwicklung wird häufig von engagierten Trainer*innen gelegt.
3. Sie sind Vorbilder und Wegbegleiter.
Trainer*innen stärken Selbstvertrauen, vermitteln Orientierung und unterstützen die persönliche Entwicklung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen.
4. Sie vermitteln Werte, die unsere Gesellschaft stärken.
Fair Play, Respekt, Verantwortung und Teamgeist werden im Sport erlebbar. Trainer*innen tragen diese Werte jeden Tag in die Vereine und darüber hinaus.
5. Sie leisten Bildungsarbeit.
Sportvereine sind wichtige Lernorte. Trainer*innen vermitteln Wissen, fördern soziale Kompetenzen und begleiten lebenslange Lernprozesse.
6. Sie fördern Gesundheit und Bewegung.
Mit ihrer fachlichen Kompetenz schaffen sie die Voraussetzungen dafür, dass Menschen sicher, gesund und mit Freude Sport treiben können.
7. Sie tragen das Vereinsleben.
Trainer*innen sind das Rückgrat der Sportvereine. Ohne ihr Engagement könnten viele Angebote nicht stattfinden und zahlreiche Vereine ihre wichtige gesellschaftliche Rolle nicht erfüllen.
8. Sie gestalten die Zukunft des Sports.
Wer Trainer*innen stärkt, investiert in den Nachwuchs, den Breiten- und Spitzensport sowie in den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Deutschland.
Deshalb sagen wir am #ThanksCoachDay: Danke an alle Trainer*innen und Übungsleiter*innen für euren Einsatz, eure Zeit und eure Leidenschaft. Ihr bewegt Menschen und macht Sportdeutschland jeden Tag ein Stück stärker.
Berlin zieht Bewerbung um Ausrichtung der Spiele zurück
Die Entscheidung fiel zwar bereits am Mittwochnachmittag in einem Gespräch zwischen dem Regierenden Bürgermeister Kai Wegner (CDU), Sportsenatorin Iris Spranger (SPD) und dem Olympiabeauftragten Kaweh Niroomand. Am Donnerstagmorgen aber gab es dann offiziell Gewissheit: Berlin wird seine Bewerbung um die Ausrichtung der Olympischen und Paralympischen Spiele im Zeitraum 2036 bis 2044 zurückziehen. „Es ist ein trauriger Tag für Berlin, denn die Spiele wären eine Riesenchance für die Stadt und Ostdeutschland gewesen“, sagte Wegner auf einer Pressekonferenz.
Zur Begründung des Rückzugs sagte Niroomand, dass nicht die am Dienstag veröffentlichte Bepunktung in der Bewertungsmatrix, in der Berlin mit 74,64 Punkten hinter den Konkurrenten aus München (87,03) und KölnRheinRuhr (85,02) eingestuft worden war, den Ausschlag gegeben hat. „Wir haben nicht die politische Stabilität nachweisen können, die die Verbände sich von uns erwartet haben“, sagte er und kritisierte, dass Elif Eralp, stellv. Vorsitzende der Partei “Die Linke” in Berlin, die am vergangenen Sonntag die Wahl zum Abgeordnetenhaus als Spitzenkandidatin ihrer Partei gewonnen hatte, die Bewerbung „vom Tisch gewischt hat, ohne das Gespräch zu suchen, und ohne Respekt vor all denjenigen, die sich seit mehr als einem Jahr für unser Konzept engagiert haben.“
Nach Berlins Rückzug stehen den wahlberechtigten Delegierten auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung des DOSB an diesem Samstag im Kurhaus Baden-Baden noch die Konzepte Münchens und von KölnRheinRuhr zur Auswahl. Die 42 olympischen Fachverbände mit jeweils drei Stimmen, die zehn Mitglieder des DOSB-Präsidiums und acht Persönliche Mitglieder des DOSB stimmen über den deutschen Kandidaten für die Bewerbung um die Ausrichtung der Spiele im Zeitraum 2036 bis 2044 ab. Die Verkündung des Kandidaten wird von der ARD am Samstag von 13.45 Uhr an live übertragen. Das IOC plant die Vergabe der Spiele 2036 im Sommer 2029.


