Neues aus Sportdeutschland
Alexander Zverev ist „Sportler des Monats“ Juni
Mit seinem Triumph bei den French Open hat Alexander Zverev einen der größten Erfolge seiner Karriere gefeiert. Im packenden Fünf-Satz-Finale in Paris gewann der Olympiasieger von Tokio seinen ersten Grand-Slam-Titel und krönte damit seine herausragende Sandplatz-Saison. Für diese außergewöhnliche Leistung wählten die Sporthilfe-geförderten Athletinnen und Athleten den gebürtigen Hamburger mit 50,8 Prozent zum „Sportler des Monats“ Juni.
Anders als bei Medien- oder Publikumswahlen entscheiden bei der Wahl zur Sportlerin bzw. zum Sportler des Monats ausschließlich Deutschlands beste Nachwuchs- und Spitzenathletinnen und -athleten. Dadurch erhält die Auszeichnung ihre besondere sportliche Wertigkeit. Zu Beginn eines jeden Monats stellt die Sporthilfe den rund 4.000 geförderten Athletinnen und Athleten Kandidatinnen oder Kandidaten zur Wahl, die sich im Vormonat durch herausragende Leistungen empfohlen haben. Die Stimmabgabe erfolgt per Online-Voting.
Hinter Alexander Zverev sichert sich Triathletin Lisa Tertsch Rang zwei (38,9 %). Die amtierende Weltmeisterin gewann bei den Europameisterschaften im spanischen Tarragona den EM-Titel auf der olympischen Distanz. Im Schlussspurt setzte sie sich gegen die Titelverteidigerin durch und komplettierte mit EM-Gold ihre beeindruckende Titelsammlung. Den dritten Platz bei der Wahl belegt das deutsche 3x3-Basketball-Nationalteam der Männer (10,3 %). Denzel Agyeman, Fabian Giessmann, Kevin Bryant und Niklas Kropp feierten bei der Weltmeisterschaft in Warschau mit dem Gewinn der Silbermedaille den größten Erfolg in der Geschichte des deutschen 3x3-Basketballs der Männer. Nach einer makellosen Vorrunde erreichte das Quartett das Finale, in dem es sich erst dem Favoriten Lettland geschlagen geben musste.
Für ihre herausragenden Leistungen waren die Athletinnen und Athleten von der Athletenkommission im DOSB, von SPORT1 und von der Sporthilfe für die Wahl nominiert worden.
Aus der zweiten Reihe ins Zentrum des deutschen Triathlons
Mit dem Schwimmen hat alles angefangen. Deshalb klingt es ein wenig nach Understatement, wenn Tanja Neubert behauptet, dass Schwimmen ihre größte Schwäche ist. Die Erklärung dafür schickt die 25 Jahre alte Triathletin allerdings direkt nach. „Ich habe, wie es in Deutschland üblich ist, mit Brustschwimmen begonnen. Darin war ich auch gut, aber beim Umstieg auf den Triathlon musste ich auf Kraul umsatteln, und das ist mir nicht so leicht gefallen.“ Zumindest nicht leicht genug, um sich für eine leistungssportliche Karriere im Becken zu entscheiden. Was im Rückblick ein Segen war, denn seit sie als 15-Jährige über „Jugend trainiert für Olympia“ den Weg in den Dreikampf fand, hat sich die gebürtige Erlangerin Stück für Stück aus der zweiten Reihe in die Weltklasse vorgearbeitet. Sie gilt, wenn an diesem Wochenende die Triathlon-Elite zum Weltserienrennen in der Hamburger Innenstadt zusammenkommt, als eine Athletin, mit der auf dem Podium gerechnet werden darf.
Als einer der kommenden deutschen Stars der Szene eingeordnet zu werden, ist Tanja noch immer hörbar unangenehm. Zumindest dringt ein Seufzer der Überraschung durchs Mobiltelefon, als sie die Frage danach beantwortet. „Es ist ein tolles Kompliment und eine große Anerkennung, dass es mir zumindest einige Leute zutrauen“, sagt sie, „aber aktuell haben wir schon noch andere Athletinnen, die mir voraus sind: Laura Lindemann mit ihrer Erfahrung, Lisa Tertsch mit ihren Erfolgen. Aber ich versuche, mich immer weiter heranzuarbeiten und die Entwicklung der vergangenen Jahre weiterzuführen.“
Durchbruch bei der 70,3-WM im vergangenen November
Ihren Durchbruch, der sie auch international auf die Karte brachte, erlebte die Studentin, die ein Fernstudium des International Managements absolviert, im November vergangenen Jahres, als sie bei der 70.3-WM in Marbella (Spanien) Bronze gewann. Und das auf der Mitteldistanz über 1,9 km Schwimmen, 90 km Radfahren und einen Halbmarathon, der sie in der Regel die Kurz- und Sprintstrecke vorzieht. „Ich wollte eigentlich nur mal ausprobieren, ob mir das Spaß bringt, doch dann war es ein perfekter Tag und ich durfte das Podium mit Spitzenathletinnen wie Lucy Charles-Barclay und Taylor Knibb teilen. Das war eine megacoole Erfahrung, die mir eine Aufmerksamkeit gebracht hat, die ich von der Kurzdistanz nicht kannte“, sagt sie.
Ihr Fokus liegt allerdings weiterhin klar auf der Teilnahme an den Olympischen Spielen 2028 in Los Angeles. Die Qualifikationsphase für das Ticket nach Kalifornien hat Ende Mai mit dem Weltserienrennen in Alghero (Italien) begonnen, wo sie mit Rang neun überzeugte. „Man merkt, dass seitdem alle wieder deutlich motivierter am Start stehen. Nachdem in der vergangenen Saison einige Topathletinnen pausiert hatten, ist die Konkurrenz in diesem Jahr wieder sehr groß. Aber Los Angeles ist definitiv ein Ziel für mich“, sagt Tanja, die seit 2019 am Bundesstützpunkt in Saarbrücken trainiert und mit ihrem Freund Chris Ziehmer, ebenfalls professioneller Triathlet, auch in der Hauptstadt des Saarlandes lebt.
FAQs: Zentrum für Safe Sport
Mit dem Zentrum für Safe Sport (ZfSS) entsteht erstmals eine unabhängige Einrichtung in Deutschland, die Sportorganisationen bei der Durchführung von Untersuchungs- und Disziplinarverfahren unterstützt. Die folgenden FAQs geben einen Überblick über die geplanten Aufgaben des Zentrums, seine Zuständigkeiten und den Ablauf der Verfahren.
„Du bist nicht nur Sportler, sondern auch ein Stück weit Pionier“
Noch ist Footmesa in Deutschland ein wahrer Geheimtipp. Andreas Peter und Philipp Halbow von der Germania Enkheim arbeiten jedoch seit Jahren daran, das zu ändern. Gemeinsam mit Gleichgesinnten treiben sie die Entwicklung der Sportart voran und gehören mit der deutschen Nationalmannschaft zu den erfolgreichsten Teams Europas. Andreas Peter krönte diese Entwicklung zuletzt bei der Europameisterschaft in San Marino. Dort holte er gemeinsam mit seinem Bruder Michael Bernd den Europameistertitel im Herren-Doppel. Im Oktober folgt mit der Weltmeisterschaft in Rom der nächste Höhepunkt.
DOSB: Euer Sport wird häufig mit Footvolley oder Teqball verwechselt. Was unterscheidet Footmesa von anderen Fußball-Trendsportarten?
Andreas: Eine Verwechslung passiert tatsächlich oft. Footmesa ist aber eine ganz eigene Sportart. Gespielt wird auf einem Tisch, nicht über ein Netz. Rund um den Tisch gibt es keine festen Spielrichtungen. Angriffe und Verteidigung sind aus jeder Richtung möglich. Ähnlich wie beim Spikeball entsteht ein 360-Grad-Spiel. Durch diese Dynamik kommen schnell spektakuläre Ballwechsel zustande und damit auch eine Menge Spielspaß.
In Südamerika ist Footmesa bereits sehr verbreitet, in Europa hingegen nicht. Wie seid ihr zu Footmesa gekommen?
Philipp: Kennengelernt haben wir Footmesa 2017 auf einer Brasilien-Reise. Damals haben wir den Sport an der Copacabana gesehen und waren sofort begeistert. Wir haben ihn gleich selbst ausprobiert, doch gegen die eingespielten Brasilianerinnen und Brasilianer waren wir chancenlos.
Andreas: Wir haben uns gefühlt wie absolute Idioten. (lacht)
Philipp: Stimmt, aber von da an ließ uns die Sportart nicht mehr los.
Das sind die Top 5 der Trendsportarten für den Sommer 2026
Der Sommer 2026 zeigt einmal mehr: Sport findet längst nicht mehr nur in klassischen Hallen oder auf standardisierten Spielfeldern statt. Gefragt sind flexible, gemeinschaftliche und niedrigschwellige Bewegungsangebote, idealerweise draußen und für unterschiedliche Zielgruppen geeignet. Sportvereine reagieren darauf mit innovativen Formaten und öffnen sich gezielt für neue Trends. Wir stellen fünf Sportarten vor, die diesen Sommer besonders an Bedeutung gewinnen.
1. Fußballtennis 2.0 – Ballgefühl trifft Kreativität
Fußball und Rückschlagsport verschmelzen immer häufiger zu neuen, kreativen Spielformen. Ob Footmesa/Foottable, ein 360-Grad Spiel rund um einen Tisch, Teqball an der gebogenen Spielplatte, oder Footvolley auf dem Beachvolleyballfeld. Gefragt sind Technik und Koordination und es entstehen schnell spektakuläre Ballwechsel.
Die Sportarten lassen sich schnell ausprobieren, fördern Ballgefühl und Reaktionsvermögen und sprechen sowohl Fußballbegeisterte als auch Freizeitsportler*innen an. Drei eigenständige Trendsportarten, die niedrigschwellig sind und sogar auch als Zuschauersport begeistern.
2. Hobby Horsing – Bewegung trifft Ausdruck
Hobby Horsing hat sich in den vergangenen Jahren dynamisch entwickelt und ist längst mehr als ein Internetphänomen. Der Sport verbindet Athletik, Koordination und kreative Elemente zu einer eigenständigen Bewegungsform.
Besonders bei Kindern und Jugendlichen erfreut sich Hobby Horsing großer Beliebtheit. Durch internationale Wettbewerbe und zunehmende Vereinsangebote gewinnt die Sportart weiter an Sichtbarkeit und Struktur im organisierten Sport. Neben deutschen Erfolgen bei der Europameisterschaft in Prag verbuchte auch die Deutsche Meisterschaft in Frankfurt am Main Rekordzahlen.
DtHHV - Offizieller Deutscher Hobby Horsing Verband e. V.
3. Acro Yoga – Vertrauen, Balance und Teamwork
AcroYoga verbindet Yoga, Akrobatik und Partnerarbeit zu einem außergewöhnlichen Bewegungserlebnis. Im Mittelpunkt stehen Balance, Körperspannung und gegenseitiges Vertrauen. Gemeinsam werden Figuren und fließende Bewegungsabläufe erarbeitet, die Kraft, Beweglichkeit und Koordination gleichermaßen fördern.
Gerade im Sommer verlagern sich viele Kurse und offene Trainings in Parks und auf Grünflächen. AcroYoga eignet sich für Menschen mit unterschiedlichen Fitnesslevels und zeigt, wie gemeinsames Lernen und Bewegung auf spielerische Weise zusammenfinden können. Auch Sportvereine entdecken die Disziplin zunehmend als ergänzendes Angebot im Gesundheits- und Freizeitsport.


