Neues aus Sportdeutschland

Wendl / Arlt tragen deutsche Fahne bei Abschlussfeier der Olympischen Winterspiele 2026

Mit ihrer Goldmedaille im Doppelsitzer als Teil der Rodel-Staffel am 12. Februar verewigten sich Wendl und Arlt in der deutschen Olympiahistorie. Gemeinsam kommen sie auf insgesamt sieben Gold- und eine Bronzemedaille seit den Olympischen Winterspielen von Sotschi 2014 und übertrafen damit ihre ehemalige Teamkollegin Natalie Geisenberger (38), die sechsmal Gold und einmal Bronze gewinnen konnte. Beide kündigten bereits an, dass diese Olympischen Spiele ihre letzten gewesen sein werden.

Thomas Weikert, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB): „Tobias Wendl und Tobias Arlt sind gemeinsam mehr als zehn Jahre lang in der absoluten Weltspitze um Medaillen gefahren. Was sie geschaffen haben, bleibt für immer. Wir freuen uns sehr, dass wir mit den Tobis zwei wunderbare Fahnenträger gefunden haben. Sie haben sich diese Auszeichnung absolut verdient. Wir werden sie im Team D vermissen und hoffen, ihnen mit dem Erlebnis als Fahnenträger einen würdigen Abschied bereiten zu können.“

Weikerts Olympia-Mission: Mit viel Herzblut den deutschen Sport repräsentieren

Wieviel Herz er für jene hat, denen er vorsteht, kann erahnen, wer Thomas Weikert dabei beobachtet, wie er beim Live-Sport mitgeht. Am Donnerstagnachmittag sitzt der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) im DOSB-Pressebüro im Hotel La Montanina in Livigno. Eigentlich hatte er ins eine Autostunde entfernt gelegene Bormio fahren und die Skibergsteiger bei ihrem historischen Olympiadebüt anfeuern wollen, aber der starke Schneefall in den italienischen Alpen verhinderte den Trip. Und so nimmt der 64-Jährige vor einem großen Bildschirm Platz und verfolgt darüber, wie zunächst Tatjana Paller knapp an Bronze vorbeischrammt und danach die Nordischen Kombinierer die erhoffte Medaille verpassen.

Und er wirkt dabei fast so angespannt wie die Athletinnen und Athleten selbst. Missgeschicke scheint er fast persönlich zu nehmen, Gelungenes feiert er wie einen eigenen Triumph an der Tischtennisplatte; er flucht und schimpft, lacht und feiert, zu bestaunen ist die gesamte Bandbreite an Emotionen, die Sportschauen in Menschen auslösen kann. „Ich liebe es, Sport live zu erleben, aber oftmals kann ich es nicht genießen, weil ich viel zu nervös bin. Manchmal muss ich mich in meinen Kommentaren zügeln. Ich bin emotional einfach zu involviert“, sagt er.

In Gesprächen mit Athlet*innen trifft er meist den richtigen Ton

Natürlich ist der Präsident des Dachverbands des organisierten Sports nicht vorrangig nach Italien gereist, um Sport zu schauen. Aber dass er es regelmäßig einrichten kann, freut ihn. Und es ist auch wichtig, schließlich trifft Thomas Weikert viele der Menschen, mit denen er sprechen möchte, dort, wo Sport passiert. „Eine meiner Hauptaufgaben ist die Vernetzung mit internationalen Kolleginnen und Kollegen und den Mitgliedern des Internationalen Olympischen Komitees, aber ich unterhalte mich auch sehr gern mit Volunteers an den Wettkampfstätten, oder auch mit Fans, denn auch deren Ansichten sind für mich interessant“, sagt er – und erzählt eine Anekdote, die passend veranschaulicht, wie unprätentios der erste Mann im deutschen Sport mit seinem Amt umgeht.

In Cortina hätten ihn in der Fanzone zwei deutsche Fans angesprochen, ob er ein Foto von ihnen machen könne. Machte er. „Dann haben sie gefragt, woher ich denn diese Team-D-Bekleidung hätte, wo man diese kaufen könne. Ich habe gesagt, dass ich die gestellt bekommen habe. Warum das, wollten sie wissen. Da habe ich gesagt, dass ich der Präsident bin. Das konnten die gar nicht fassen!“ Und so wurde innerhalb kurzer Zeit aus dem Fotografen ein Fotomotiv. „Die haben bestimmt 15, 20 Bilder mit mir gemacht!“

Es ist dieser hemdsärmelige Charme, der Weikert auch in Gesprächen mit Athletinnen und Athleten zumeist den richtigen Ton treffen lässt. Der Rechtsanwalt aus Limburg, der bei seiner Wahl im Dezember 2021 „weniger Anzug und mehr Trikot“ versprach, hört zu und freut sich, wenn Team-D-Mitglieder in Gesprächen kein Blatt vor den Mund nehmen. „Mir ist es wichtig zu verstehen, was unsere Athletinnen und Athleten bewegt, und das geht nur, wenn sie offen und ehrlich mit mir sein können“, sagt er. Ob im Deutschen Haus in Cortina, im Olympischen Dorf in Mailand oder an den Wettkampfstätten - überall sucht Weikert den Kontakt. „Ich nehme aus diesen Gesprächen sehr viel mit und empfinde den gegenseitigen Umgang als sehr wertschätzend“, sagt er.

DOSB setzt sich für Verbleib der Nordischen Kombination im olympischen Programm ein

„Die Nordische Kombination ist ein traditionsreicher und prägender Bestandteil der Olympischen Winterspiele. Sie steht seit 1924 ununterbrochen im olympischen Programm und verkörpert in besonderer Weise die Vielfalt und Faszination des Wintersports“, sagt DOSB-Präsident Thomas Weikert.

Vor dem Hintergrund der Diskussionen um das Programm der Winterspiele 2030 in den Französischen Alpen betont der DOSB ausdrücklich die weitreichende strukturelle Bedeutung der Disziplin. Die Nordische Kombination ist nicht nur in Deutschland, sondern in zahlreichen Nationen eine zentrale Basis- und Ausbildungsdisziplin für Kinder und Jugendliche. Sie bildet vielerorts das Fundament der Nachwuchsentwicklung im nordischen Skisport. Ein Wegfall aus dem olympischen Programm hätte daher erhebliche Auswirkungen über die Disziplin selbst hinaus. Betroffen wären insbesondere die Strukturen im Langlauf und vor allem im Skispringen, deren Nachwuchsarbeit eng mit der Nordischen Kombination verzahnt ist. Ein Ausschluss würde somit nicht nur eine einzelne Sportart treffen, sondern gewachsene Förder- und Ausbildungsstrukturen in vielen Ländern nachhaltig schwächen.

Was ist eine Gesundheitsfördernde Lebenswelt Sportverein?

Jana Semrau ist seit März 2025 Professorin für Sport, Bewegung und Gesundheitsförderung im Fachbereich Human- und Gesundheitswissenschaften an der Universität Bremen. Ihr Thema ist die Entwicklung, Umsetzung, Verbreitung und Evaluation von Ansätzen der bewegungsbezogenen Gesundheitsförderung in unterschiedlichen Lebenswelten Sie ist unter anderem gewähltes Mitglied im Sprecherrat der Kommission Gesundheit der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft, gewählte stellvertretende Vorsitzende des Fakultätentages Sportwissenschaft und hat als Expertin in der BVPG-Arbeitsgruppe „Bewegung, Sport und Gesundheit“ mitgewirkt. Für den DOSB übernimmt sie die wissenschaftliche Begleitung zur Entwicklung des Themenfeldes „Gesundheitsfördernde Lebenswelt Sportverein“. 

Vom Einzelangebot zum ganzheitlichen Ansatz

DOSB: Frau Prof. Semrau, was ist aus Ihrer Sicht eine „gesundheitsfördernde Lebenswelt“ im Sportverein?

Prof. Jana Semrau: Diese Frage ist gar nicht so einfach zu beantworten, weil verschiedene Akteure darunter unterschiedliche Ansätze verstehen. Manche Akteure sehen darunter allein das Angebot von Gesundheitssport in Sportvereinen. Manche gehen weiter und beziehen die gesundheitsfördernden Wirkungen verschiedener Sportarten und Disziplinen - einschließlich der dafür notwendigen Rahmenbedingungen - mit ein. Das umfassendste Konzept geht bis hin zu einem sozial-ökologischen Verständnis von Sportvereinen. Hier gelten Sportvereine als eigene Lebenswelt, in dem der Verein und weitere Akteure gemeinsam beteiligt sind, um mehr als eine gesundheitsbezogene Verhaltensweise oder Thema zu fördern.

Und lassen sich diese Ansätze auf die Sportvereine in Deutschland anwenden?

Alle diese Ansätze enthalten wichtige Elemente passen aber nicht 1:1 auf die Situation der Sportvereine in Deutschland mit ihren bereits vorhandenen unterschiedlichen Aktivitäten im Bereich Gesundheit. Wir haben daher mit Expert*innen aus dem DOSB, seinen Mitgliedsorganisationen und der Wissenschaft ein gemeinsames Verständnis entwickelt, wonach wir unter einer gesundheitsfördernden Lebenswelt Sportverein einen Sportverein verstehen, der gezielt Strukturen, Rahmenbedingungen und Angebote aufweist und weiterentwickelt, um die Gesundheit und das Wohlbefinden seiner Mitglieder, der gesamten Vereinsgemeinschaft und darüber hinaus nachhaltig zu fördern. Dabei wird der Sportverein nicht nur als abgrenzbares Setting für sportliche Aktivitäten betrachtet, sondern als ganzheitliches Lebensumfeld, zu dem alle Menschen Zugang haben, unabhängig von Alter, geschlechtlicher und sexueller Identität, Nationalität oder Ethnie, Religion oder Weltanschauung, Behinderungen und/oder sozialer Herkunft. Die Gesundheitsförderung spiegelt sich in allen Handlungen aller internen und externen Akteure des Sportvereins wider. Damit nähern wir uns auch konkret dem DOSB-Ziel 2035 „100% sind im Sportvereinsumfeld sicher, willkommen und gesünder“.

Die Welt der Pins - Warum sind sie so beliebt?

Zwischen Straßenrand und Venue-Eingang, in den Mensen der Olympischen Dörfer oder auf den Tribünen - Überall dort findet während der Olympischen Spiele in Mailand Cortina rege Interaktion statt. „Do you have Pins?“, lautet oft die einleitende Frage. Es geht um die Anstecker der über 90 Nationen. In den verschiedensten Farben, mit ganz unterschiedlichen Motiven und variierend im Seltenheitsgrad sind die Pins sowie das sich daraus entwickelte Tauschgeschäft bei Olympischen Spielen mittlerweile Tradition. Ausgehend von den Nationalen Olympischen Komitees (NOK‘s) finden sie über die Athlet*innen ihren Weg an die Austragungsorte sowie auch dieses Jahr nach Norditalien. 

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SG Bad Bentheim e.V.

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 gerhard@eilering.eu 

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