Neues aus Sportdeutschland
Sportmilliarde: So werden die Gelder für Schwimmbäder verteilt
Am 23. September hat der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages die geförderten Projekte des Bundesprogramms „Sanierung kommunaler Sportstätten – Schwimmbäder“ (SKS - Schwimmbäder) bekanntgegeben. Das Programm ist ein Ableger des allgemeinen SKS-Programms, mit dem sanierungsbedürftige Sportstätten in ganz Deutschland aus Bundesmitteln gefördert werden und spezialisiert sich – wie der Name verrät – auf Schwimmbäder. Im allgemeinen SKS-Programm sind dagegen alle Arten von Sportstätten (Hallen, Plätze, Vereinsheime und auch Schwimmbäder) antrags- und förderberechtigt.
Für das allgemeine SKS-Programm wurden in der ersten Förderphase im Frühjahr 2026 bereits 329 Millionen Euro an über 300 Projekte verteilt, das Schwimmbad-Programm erhöht diese Gesamt-Fördersumme nun um 247 Mio. Euro.
Bereits fest eingeplant ist zudem eine zweite Runde des SKS-Programms mit vom Bund veranschlagten 333 Mio. Euro. Die Antragsphase dazu soll noch Ende Oktober 2026 starten. Damit lägen die Fördermittel der drei Programmrunden bei über 900 Millionen Euro. Demgegenüber steht ein vom DOSB bezifferter Sanierungsstau bei Sportstätten von mindestens 31 Milliarden Euro.
Wenn der Startschuss nicht zu hören ist: Gehörlosensport bei der Schwimm-EM
Wer beim Gehörlosensport zuschaut, wird schnell feststellen: Dort läuft manches anders, vor allem dann, wenn es um Kommunikation und Signale geht. Denn wo hörende Sportler*innen auf einen Startschuss, einen Pfiff oder Zurufe reagieren, kommt es im Gehörlosensport auf das Sehen und die visuelle Wahrnehmung an. Akustische Signale werden durch visuelle oder teilweise auch taktile Signale ersetzt.
Beim Schwimmen zeigt sich das besonders deutlich: Statt eines Startschusses gibt eine Lichtsignalanlage das Startsignal. Das bekannte Ampelsystem macht den Beginn des Rennens für alle sichtbar. Im Training kann beispielsweise auch ein Antippen an Schulter oder Rücken ein vereinbartes Startsignal sein.
Dieses Prinzip findet sich auch in vielen anderen Sportarten im Gehörlosensport wieder. Was sonst zu hören ist, wird sichtbar oder spürbar gemacht: Im Fußball können beispielsweise Schiedsrichterzeichen über eine Fahne wahrgenommen werden, anstatt dass ein Pfiff das Signal gibt. Im Tanzsport können Vibrationen über den Boden dabei helfen, Rhythmus und musikalische Impulse wahrzunehmen. Und auch im Volleyball gibt es besondere visuelle Signale: So kann beispielsweise das Netz bewegt werden, um den Spieler*innen während des Spiels eine Information zu vermitteln. Je nach Sportart gibt es damit unterschiedliche Möglichkeiten, akustische Informationen so zu ersetzen, dass sie für die Sportler*innen sichtbar oder spürbar werden.
Gebärdensprache spielt entscheidende Rolle im Gehörlosensport
Eine zentrale Rolle spielt außerdem die Gebärdensprache. Sie ermöglicht die Kommunikation zwischen Sportler*innen, Trainer*innen und dem weiteren Umfeld und ist zugleich ein wichtiger Teil der Gehörlosenkultur. Wer genauer hinschaut, entdeckt deshalb im Gehörlosensport viele visuelle Zeichen und Kommunikationsformen, die sich vom Sport hörender Athlet*innen und von anderen Sportkontexten unterscheiden.
Damit Kommunikation funktioniert, müssen aber auch die Rahmenbedingungen stimmen. Trainer*innen müssen für ihre Sportler*innen gut sichtbar sein. Ungünstige Lichtverhältnisse, etwa wenn die Sonne direkt hinter den Trainer*innen steht, können die Kommunikation erheblich erschweren.
Gehörlosensport macht damit sichtbar, wie wichtig Barrierefreiheit und gute Kommunikation im Sport sind: Es geht nicht darum, den Sport anders zu machen, sondern darum, Informationen so zu vermitteln, dass alle sie wahrnehmen können.
Und wer bei der Schwimm-EM in Freiburg zuschaut, kann selbst einmal darauf achten: Welche Signale sind zu sehen, die sonst zu hören wären?
Passend dazu gibt es ein kurzes Video mit wichtigen Gebärden aus dem Schwimmsport. Die Bewegungen lassen sich dabei direkt beobachten und nachgebärden, denn Gebärdensprache lebt von der visuellen Kommunikation.
Enge Zusammenarbeit für mehr Prävention im Sportverein
Die Schnittstelle erleichtert Sportvereinen den Zugang zur Prävention der gesetzlichen Krankenkassen und verbindet das DOSB-Qualitätssiegel SPORT PRO GESUNDHEIT mit dem „Deutschen Standard Prävention“ der gesetzlichen Krankenkassen.
SPORT PRO GESUNDHEIT: Qualität sichtbar machen
Gesundheitsorientierte Bewegungsangebote gibt es in vielen Sportvereinen. Das Qualitätssiegel SPORT PRO GESUNDHEIT macht dabei auf einen Blick sichtbar: Hier steht Qualität im Mittelpunkt. Das vom DOSB gemeinsam mit der Bundesärztekammer entwickelte Qualitätssiegel zeichnet gesundheitsorientierte Sportangebote aus, die festgelegte Qualitätskriterien erfüllen. Für Teilnehmende bietet das Siegel damit eine wichtige Orientierung bei der Suche nach einem passenden Gesundheitssportangebot im Sportverein. Gleichzeitig unterstützt SPORT PRO GESUNDHEIT die Vereine dabei, ihre Gesundheitsangebote strukturiert und qualitätsgesichert umzusetzen und nach außen sichtbar zu machen.
Ein Antrag, zwei Qualitätsnachweise
Ein besonderer Mehrwert der seit zehn Jahren bestehenden Zusammenarbeit zeigt sich im Zertifizierungsprozess: Über die Serviceplattform SPORT PRO GESUNDHEIT können Sportvereine ihre Gesundheitssportangebote zur Prüfung einreichen und das Siegel des DOSB erhalten. Entsprechen die Angebote zudem den Anforderungen des Leitfadens Prävention, erhalten sie gleichzeitig den „Deutschen Standard Prävention“ der gesetzlichen Krankenkassen – mit einem gemeinsamen digitalen Prozess.
Die technische Schnittstelle zwischen DOSB und der Zentrale Prüfstelle Prävention reduziert dadurch den administrativen Aufwand für die Vereine und erleichtert ihnen den Zugang zum Präventionsbereich der gesetzlichen Krankenversicherungen. Für Sportvereine bedeutet das: Qualität nachweisen, sichtbar machen und Menschen für gesundheitsorientierte Bewegung gewinnen – mit möglichst wenig bürokratischem Aufwand.
Alexander Zverev ist „Sportler des Monats“ September
Tennisprofi Alexander Zverev krönte seine herausragende Saison mit dem ersten US‑Open‑Titel seiner Karriere und wird dafür von 49,2 Prozent der abstimmenden Sporthilfe-geförderten Athletinnen und Athleten zum „Sportler des Monats“ September gewählt. Im Finale von New York setzte er sich gegen den US‑Amerikaner Ben Shelton in vier Sätzen durch und triumphierte als zweiter deutscher Spieler nach Boris Becker 1989 im Einzel der Männer. Für Zverev ist es bereits die zweite Auszeichnung als „Sportler des Monats“ in diesem Jahr, nachdem er nach seinem ersten Grand-Slam-Erfolg bei den French Open bereits zum „Sportler des Monats“ Juni gewählt worden war.
Hinter Alexander Zverev folgt Para-Schwimmerin Tanja Scholz (35,2 %)auf Rang zwei. Die Athletin gewann bei der Para-Schwimm-EM im türkischen Kocaeli dreimal Gold über 50 Meter Brust (SB2), 150 Meter Lagen (SM4) sowie 50 Meter Freistil (S4) und stellte dabei drei neue Weltrekorde auf. Zudem sicherte sie sich Silber über 50 Meter Rücken (S4). Mit ihren Leistungen unterstrich sie eindrucksvoll ihre internationale Spitzenstellung. Rang drei geht an die deutsche Kanu‑Polo‑Nationalmannschaft der Damen (15,6 %), die bei der Heim‑WM in Duisburg überragende Auftritte zeigte. Im Finale gegen Frankreich setzte sich die Mannschaft klar mit 8:1 durch und feierte damit den Weltmeistertitel. Der Erfolg krönte eine starke Turnierleistung und bestätigte die herausragende Form des Teams.
Anders als bei Medien- oder Publikumswahlen entscheiden bei der Sporthilfe-Wahl zur Sportlerin bzw. zum Sportler des Monats ausschließlich Deutschlands beste Nachwuchs- und Spitzenathletinnen und -athleten. Dadurch erhält die Auszeichnung ihre besondere sportliche Wertigkeit. Zu Beginn eines jeden Monats stellt die Sporthilfe den rund 4.000 geförderten Athletinnen und Athleten Kandidatinnen oder Kandidaten zur Wahl, die sich im Vormonat durch herausragende Leistungen empfohlen haben. Die Stimmabgabe erfolgt per Online-Voting.
Für ihre Leistungen waren die Athletinnen und Athleten von der Athletenkommission im DOSB, von SPORT1 und von der Sporthilfe für die Wahl nominiert worden.
Ziele 2035: Vom gemeinsamen Nordstern zur Umsetzung
Die sechs DOSB-Ziele 2035 bilden den langfristigen Nordstern für die Entwicklung von Sportdeutschland. Sie beschreiben eine gemeinsame Ambition bis 2035 – von mehr Bewegung und mehr Mitgliedschaften über mehr qualifizierte Menschen und moderne Sporträume bis hin zu sportlichem Erfolg sowie einem sicheren, vielfältigen und gesundheitsfördernden Sportumfeld.
Im Laufe dieses Jahres wurde die Ausgangslage zu allen sechs Zielen umfassend analysiert. Die IST-Analysen zeigen, wo Sportdeutschland heute steht, wie groß die Strecke bis 2035 ist und an welchen Stellen eine Fortschreibung des Bestehenden allein nicht ausreichen wird. Parallel wurden die Analysen in unterschiedlichen Beteiligungsformaten mit den Mitgliedsorganisationen weiterbearbeitet – unter anderem beim Dialogforum Sportentwicklung, im Netzwerk der Sportentwickler*innen sowie zuletzt in der ZukunftsArena. Daraus sind strategische Hebel, zahlreiche Maßnahmenideen und weiterführende Entwicklungsfragen hervorgegangen.
Vom Ziel zur Umsetzung
Für die nächste Phase werden die unterschiedlichen Ebenen der bisherigen Arbeit noch klarer miteinander verbunden:
- die sechs Ziele 2035 als gemeinsamer langfristiger Orientierungsrahmen,
- die IST-Analysen als gemeinsame Datengrundlage,
- strategische Hebel, die größere Veränderungen ermöglichen können,
- konkrete Maßnahmenideen für unterschiedliche Organisationstypen,
- Pilot- und Entwicklungsfragen, die zunächst weiter geprüft oder erprobt werden,
- sowie verbindliche Beiträge, die der DOSB oder eine Mitgliedsorganisation jeweils für sich übernimmt, beziehungsweise die durch die zuständigen Gremien gemeinsam beschlossen werden.
Damit wird zugleich deutlicher, was die Maßnahmenplanung leisten soll: Sie soll Orientierung und Inspiration geben und sichtbar machen, welche unterschiedlichen Beiträge im organisierten Sport möglich sind. Denn die Strukturen, Aufgaben und Voraussetzungen von DOSB, Landessportbünden, Spitzenverbänden und Verbänden mit besonderen Aufgaben unterscheiden sich. Entsprechend können auch die jeweiligen Beiträge zur Erreichung der Ziele unterschiedlich aussehen.

