Neues aus Sportdeutschland
Eine Heim-WM, bei der Erfolg fast garantiert werden kann
Heim-WM! Es gibt nicht vieles, was Sportlerinnen und Sportler mehr elektrisiert als die Aussicht auf Welttitelkämpfe vor der eigenen Haustür. Und so überrascht es kaum, dass auch Nina Hachenburg und Jonas Vieren ihre Vorfreude auf das, was in dieser Woche in Duisburg auf sie wartet, als „riesig“ beschreiben. Die Ausgangslage jedoch ist für die beiden Kanupolo-Spitzenkräfte, die in der Bundesliga für die Wassersportfreunde Liblar antreten und in dem renommierten Verein aus Erftstadt regelmäßig gemeinsam trainieren, durchaus unterschiedlich. Während Jonas mit den deutschen Männern bereits dreimal Weltmeister war und mit 36 Jahren der Routinier des Teams ist, steht die 22 Jahre alte Nina zum ersten Mal im WM-Kader der A-Nationalmannschaft.
„Bei meiner ersten WM-Teilnahme gleich vor heimischem Publikum antreten zu dürfen, ist natürlich etwas ganz Besonderes für mich. Es werden richtig viele Freunde und Familienmitglieder dabei sein“, sagt die Allrounderin, die an der Deutschen Sporthochschule in Köln Sportmanagement studiert. Jonas, der als Produktionsingenieur im Werkzeugbau arbeitet, hat zwar schon eine Heim-WM erlebt, allerdings nur als Zuschauer. „Bei der WM 2002 im Essener Grugabad war ich zwölf Jahre alt und stand mit einer Trommel auf der Tribüne. Damals habe ich gedacht, wie cool es wäre, einmal als Aktiver bei einer Heim-WM dabei zu sein. Dass dieser Traum nach so vielen Jahren nun Realität wird, ist eine richtig große Sache für mich“, sagt er.
Bereits an diesem Montag wird die WM auf der Regattabahn im Sportpark Duisburg feierlich eröffnet, der Spielbetrieb startet am Dienstag mit den U-21-Teams, die ebenfalls Teil der WM sind. Die A-Nationalteams greifen am Mittwoch erstmals ein. Die Frauen treffen um 9.10 Uhr auf Malaysia, die Männer um 9.45 Uhr auf Japan. Insgesamt werden 76 Mannschaften aus 28 Nationen mit mehr als 700 Athletinnen und Athleten erwartet, 359 Partien stehen bis zum Sonntag auf dem Spielplan. Dass alle vier Finals deutsche Beteiligung aufweisen werden, ist keinesfalls unrealistisch, sondern das klare Ziel des Dachverbands DKV. Chefbundestrainerin Leonie Wagner sagt: „Das Ziel ist, dass wir am Ende vier Medaillen in Deutschland behalten. Vor allem möchte ich aber, dass wir unseren Besucherinnen und Besuchern spannende und intensive Wettbewerbe präsentieren, die Lust auf Kanupolo machen.“
„Wir wollen den Schach-Boom weiter anheizen“
Samarkand, das ist Musik in den Ohren der an Kunst- und Kulturgeschichte Interessierten. Die 600.000 Einwohner*innen zählende Stadt im Südosten Usbekistans, eine der ältesten durchgehend bewohnten Siedlungen Asiens, liegt an der historischen Seidenstraße und ist für ihre Moscheen und Mausoleen weltbekannt. Doch Samarkand kann auch Sportgroßveranstaltungen durchführen, und das ist der Grund dafür, dass Elisabeth Pähtz und Matthias Blübaum in den kommenden zwei Wochen keine Kapazitäten haben werden, um die touristischen Höhepunkte auszuchecken. Die beiden Großmeister treten mit den deutschen Nationalmannschaften zur Schach-Olympiade an, dem größten und wichtigsten Teamwettbewerb ihres Sports. „Schach ist zwar ein Einzelsport, aber für uns als Team ist es der wichtigste Wettkampf der Saison, zumal die Olympiade auch nur alle zwei Jahre stattfindet“, sagt Matthias.
Der 29-Jährige, der in Bielefeld lebt, geht mit der Erfahrung in seine fünfte Olympiade, mit den Besten der Welt mithalten zu können. Der Weltranglisten-52. startete im April dieses Jahres beim Kandidatenturnier für die WM, die Ende des Jahres in Genf zwischen dem indischen Titelverteidiger Dommaraju Gukesh und Turniersieger Javohir Sindarov (Usbekistan) stattfindet, und belegte dort Platz sechs. „Ob ich dadurch schachtechnisch viel gelernt habe, kann ich gar nicht sagen. Aber die Teilnahme hat mir die Angst genommen, mich gegen die Besten der Welt behaupten zu müssen, ich gehe nun mit einem anderen Selbstvertrauen ans Brett“, sagt er. In Samarkand ist Matthias im fünf Spieler umfassenden Aufgebot von Bundestrainer Jan Gustafsson die Nummer zwei hinter dem Weltranglistensechsten Vincent Keymer (21). Zudem zählen noch die Svane-Brüder Rasmus (29) und Frederik (22) sowie Alexander Donchenko (28) zum Kader.
Einen noch höheren Stellenwert hat die Olympiade für Elisabeth Pähtz. Die erfolgreichste und bekannteste deutsche Schachspielerin der Gegenwart, die 2022 als erste Deutsche den allgemeinen Großmeistertitel zuerkannt bekam, hat seit 1998 keine Ausgabe verpasst und startet in Samarkand zum 13. Mal in Folge für Deutschland. „Für mich ist die Olympiade so etwas wie mein Lebenslauf, seit ich als Zwölfjährige zum ersten Mal daran teilgenommen habe. Individuell mag es wichtigere Turniere geben, aber als Teamevent ist sie das Größte für uns“, sagt die 41-Jährige, die das Aufgebot von Bundestrainerin Zahar Efimenko anführt. Außerdem zählen Dinara Wagner (27), Hanna-Marie Klek (31), Lara Schulze (24) und die Deutsche Meisterin Jana Schneider (24) zum Kader.
So startest du mit Basketball: 5 Tipps für Mädchen und Frauen
Die Basketball-Heim-WM 2026 steht unter dem Motto „We Own The Game“ und setzt ein starkes Zeichen für Gleichberechtigung und Vielfalt. Gleichzeitig zeigt sich auch im Basketball noch immer eine Unterrepräsentanz von Frauen und Mädchen, sowohl auf dem Spielfeld als auch im Coaching.
Dabei waren die vergangenen Jahre für den Frauenbasketball in Deutschland historisch: die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2024, Olympiagold für Team D im 3x3-Basketball und ein starker fünfter Platz bei der Women’s EuroBasket 2025. Mit der Heim-WM in Berlin rückt die Sportart nun noch stärker in den Fokus.
Du möchtest selbst loslegen? Dann kommen hier fünf Tipps.
Klingenthal ist Eliteschule des Jahres 2025
Die Eliteschule des Sports Klingenthal / Sachsen ist vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) und der Sparkassen-Finanzgruppe als „Eliteschule des Jahres 2025“ ausgezeichnet worden. Die Ehrung würdigt die herausragende Arbeit des Sportcampus Klingenthal, des dazugehörigen Sportinternats sowie des Standorts Klingenthal des Olympiastützpunkts Sachsen.
Besonders positiv floss bei der Bewertung der Jury der Umgang mit neuen olympischen Sportarten ein. Die EdS Klingenthal hat hierbei bereits mehrfach eine Vorreiterrolle übernommen: So wurde die ehemalige Schülerin Ulrike Gräßler 2009 erste deutsche WM-Medaillengewinnerin im Skispringen, zudem setzte der Standort in der Nordischen Kombination der Frauen früh Maßstäbe und stellte 2020 mit Jenny Nowak die erste deutsche Meisterin und Juniorenweltmeisterin in dieser Disziplin. Schule, Internat und Leistungssport arbeiten eng zusammen, um jungen Athlet*innen die bestmögliche Kombination aus schulischer sowie sportlicher Höchstleistung zu ermöglichen.
DOSB-Vorstand Leistungssport Olaf Tabor: „Die Eliteschulen des Sports leisten einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung von Talenten im und für den Leistungssport in Deutschland. Die Eliteschule Klingenthal hat sich insbesondere im Wintersport sehr verdient gemacht, ist immer wieder neue Wege gegangen und hat sich stets weiterentwickelt, um ihren Schüler*innen und Nachwuchsleistungssport*innen die bestmöglichen Bedingungen zu bieten, damit sie sich auf ihren Sport konzentrieren und gleichzeitig ihre schulischen Leistungen im Blick behalten können. Dafür gebührt Klingenthal unser Dank und unsere Anerkennung.“
Schlag den Brand! Wie eine Sportabzeichen-Wette mehr als 900 Menschen bewegte
Zum 750-jährigen Dorfjubiläum schloss der SV Engelhelms eine besondere Wette mit dem Parlamentarischen Staatssekretär bei der Ministerin für Bildung, Familie, Senioren Frauen und Jugend sowie gebürtigen Engelhelmser Michael Brand MdB (52/CDU) ab: Bis zum 21. August, dem großen Jubiläumsabend, sollten 750 Menschen das Deutsche Sportabzeichen ablegen. So viele Sportabzeichen innerhalb weniger Monate? Viele hielten das zunächst für völlig unrealistisch. Doch am Ende stand ein Ergebnis, das selbst Initiatorin Sabrina Bohl überraschte.
Der Ausgangspunkt für die außergewöhnliche Aktion lag in einer ganz persönlichen Wiederentdeckung. „Ich habe vor mehr als 30 Jahren das Sportabzeichen abgelegt. Als ich mit meiner Kindersportgruppe nach einer neuen Herausforderung gesucht habe, kamen mir wieder die positiven Erinnerungen daran, wie schön dieses Gefühl ist, gemeinsam das Abzeichen abzulegen“, erzählt die Übungsleiterin des SV Engelhelms. Bei Veranstaltungen des Sportkreises Fulda-Hünfeld erlebte sie die besondere Atmosphäre rund um das Sportabzeichen erneut hautnah: „Da hat es mich direkt wieder gecatcht.“
Aus dieser Begeisterung entstand wenig später eine Idee. Im Jubiläumsjahr ihres Heimatortes fragte sich Bohl, ob sich die Zahl 750 nicht auch sportlich nutzen ließe. Gemeinsam mit ihrem Mann entwickelte sie den Gedanken, 750 Menschen für das Deutsche Sportabzeichen zu begeistern und dafür den gebürtigen Engelhelmser und beliebten Politiker Michael Brand herauszufordern. Die Idee wurde vom Ortsvorsteher sofort aufgegriffen und öffentlich gemacht. Michael Brand war als langjähriger Unterstützer des SVE, in dem er selbst früher aktiv Fußball spielte, sofort dabei, wie er selbst in einem Interview mit dem DOSB erzählt. Innerhalb weniger Monate entwickelte sich daraus eine Bewegung, die weit über die Dorfgrenzen bekannt wurde.

