Neues aus Sportdeutschland

IOC streicht Nordische Kombination aus dem Olympiaprogramm für 2030

Die Entscheidung war keine Überraschung mehr, aber sehr wohl eine Enttäuschung: Das Executive Board des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) hat am Dienstagnachmittag im Anschluss an seine Sitzung den schon länger befürchteten Ausschluss der Nordischen Kombination aus dem Programm für die Olympischen Winterspiele 2030 in den französischen Alpen bestätigt. „Natürlich hätten wir uns ein anderes Ergebnis gewünscht“, sagte Andreas Schlütter, Vorstand Sport im Deutschen Skiverband (DSV). „Wir respektieren die Entscheidung des IOC, auch wenn sie aus unserer Sicht nur schwer nachvollziehbar ist. Die Nordische Kombination ist eine unserer Kerndisziplinen und hat den nordischen Skisport über viele Jahrzehnte entscheidend mitgeprägt. Gleichzeitig kommt diese Entwicklung nicht völlig überraschend. Jetzt gilt es, die Entscheidung in Ruhe zu analysieren und gemeinsam mit unseren Partnern die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen. Dabei werden wir auch bewerten müssen, welche Auswirkungen sie mittel- und langfristig auf unsere Förderstrukturen haben kann.“

Das IOC erklärte die Entscheidung am Dienstag damit, dass es während jeder Ausgabe der Olympischen Spiele eine weltweite Studie in allen Schlüsselmärkten auf allen fünf Kontinenten durchführe. Die Untersuchung zu den Winterspielen 2026 umfasste 14 Popularitätsindikatoren, darunter die TV-Abdeckung, die Zugriffszahlen in digitalen Medien und das generelle öffentliche Interesse. Bei elf der 14 Indikatoren belegte die Nordische Kombination den letzten Rang unter allen Disziplinen. Dazu kommt laut IOC die Herausforderung, dass die Universalität der Disziplin nicht ausreiche. Über die vergangenen vier Ausgaben der Winterspiele gesehen konnten Athleten aus lediglich fünf Nationen Medaillen gewinnen. Die Frauen, die erst seit 2020 Weltcup-Wettbewerbe bestreiten und zu den Spielen in Norditalien vergeblich auf ihre Aufnahme gehofft hatten, müssen damit auch weiterhin auf ihre Olympiapremiere warten.

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) bedauert die Entscheidung des IOC, die Nordische Kombination aus dem olympischen Programm zu nehmen. Die Disziplin begeisterte durch ihre Vielseitigkeit seit den ersten Olympischen Winterspielen 1924 und ist nicht nur in Deutschland, sondern auch international eine bedeutende Basis- und Ausbildungsdisziplin für Kinder und Jugendliche. In vielen Ländern ist sie ein Fundament der Nachwuchsentwicklung für andere nordische Sportarten wie das Skispringen und Langlaufen. Die Nordische Kombination genießt insbesondere in Norwegen, Mutterland des nordischen Skisports, und in Deutschland wegen zahlreicher erfolgreicher Athletengenerationen (u. a. mit den Einzel-Olympiasiegern Georg Thoma 1960, Franz Keller 1968, Ulrich Wehling 1972, 1976, 1980, Georg Hettich 2006, Eric Frenzel 2014, 2018 und Vinzenz Geiger 2022) besondere Bedeutung.

„Deutschland kann auf seinen Nachwuchs bauen, wenn man ihn fördert“

Am vergangenen Sonntag hatte der Deutsche Handballbund (DHB) wieder einmal Grund zu großer Freude. 351 Tage nach dem Gold-Coup von Podgorica haben Deutschlands Handball-Juniorinnen ein historisches Double geschafft. Die U-19-Europameisterinnen von 2025 gewannen in Jinzhong (China) das Finale der U-20-WM mit 33:26 (15:14) gegen Dänemark. Erst zum dritten Mal ist einer Mannschaft in dieser weiblichen Altersklasse der Doppelerfolg gelungen, für Deutschland ist es sogar ein Novum. „Wir haben diesen WM-Titel als Team gewonnen, aus dem alle 16 Spielerinnen wichtig sein können. Jede hat einen überragenden Anteil an dieser Goldmedaille“, analysierte Trainer Christopher Nordmeyer.

In der Heimat freuten sich viele mit dem Team, aus dem die zur neuen Saison von der HSB Blomberg-Lippe zum Bundesligakonkurrenten Buxtehuder SV wechselnde Ruslana Litvinov zur wertvollsten Spielerin der WM gekürt wurde. „Dieses Doppel-Gold ist historisch, dazu gratuliere ich der ganzen Mannschaft mit dem Trainerteam um Christopher Nordmeyer herzlich. Es beeindruckt mich, wie diese Mannschaft mit dem Start der Europameisterschaft 2025 ihren Weg konsequent gegangen ist und mit ihrem Auftreten auf und abseits der Platte begeistert hat“, gratulierte Ingo Meckes, Vorstand Sport des DHB. Frauen-Bundestrainer Markus Gaugisch zeigte sich genauso begeistert: „Herzlichen Glückwunsch an die Mannschaft und das Trainerteam. Diese Mannschaft ist vollkommen verdient Weltmeister geworden mit einer überragenden Leistung während des gesamten Turniers. Sie haben eine unfassbar gute und bewegliche Deckung gespielt. Gegen jedes System haben sie eine Antwort gefunden. Und vorne haben sie auch total cool gespielt. Herausragend!“

Auch Erik Wudtke freute sich riesig über die Erfolge der vergangenen Wochen. „Nachdem unsere Beachhandball-Männer am vorvergangenen Wochenende den WM-Titel gewonnen hatten, haben nun die U-20-Juniorinnen und auch die weibliche U16, die die European Open in Göteborg gewonnen haben, nachgezogen. Dazu gratuliere ich den Teams und insbesondere meinen Trainerkollegen ganz herzlich. Wenn jetzt der männliche Nachwuchs nachziehen kann, könnte das ein heißer Handballsommer für den DHB werden“, sagte der 53-Jährige, der als U18/U19-Bundestrainer und Co-Trainer der A-Nationalmannschaft der Männer seinen sommerlichen Saisonhöhepunkt noch vor sich hat. Mit dem DOSB sprach der in Aachen geborene Wahl-Hamburger über die Ausbildung von Talenten und die Bedeutung der Nachwuchsarbeit für den DHB. 

Startschuss für die Team D Awards Mailand Cortina 2026

Mit den Team D Awards werden Athlet*innen ausgezeichnet, die die Menschen mit einzigartigen Momenten und persönlichen Geschichten bei den Olympischen und Paralympischen Winterspielen Mailand Cortina 2026 bewegt, emotional berührt oder beeindruckt haben. Dabei werden sowohl sportliche Leistungen berücksichtigt als auch das Auftreten der Athlet*innen abseits des Wettkampfes.

Ab sofort können Fans und Mitglieder von Team D und Team D Paralympics noch bis zum 15. Juli in einer öffentlichen Wahl auf den Websites der Teams abstimmen. Die Auszeichnung der Preisträger*innen erfolgt am 24. Juli im Rahmen eines Team D Abends in Hannover.

Die zur Wahl stehenden Athlet*innen zeichnen sich durch mehr aus als reine sportliche Erfolge: Sie haben Momente geschaffen, die für immer bleiben, die Werte von Team D auf vorbildliche Weise vertreten und die Menschen mit ihrer Haltung inspiriert.

DOSB-Vorstand Leistungssport und Chef de Mission des Team D, Olaf Tabor: „Der Team D Award ist eine besondere Auszeichnung für besondere Menschen. Unsere Athletinnen und Athleten haben in Mailand Cortina nicht nur mit ihren Leistungen begeistert, sondern mit ihrer Persönlichkeit, ihrem Teamgeist und ihrer Haltung Millionen Menschen berührt. Genau diese Geschichten wollen wir mit dem Award sichtbar machen. Umso schöner ist es, dass die Fans selbst mitentscheiden können, welche Momente sie am meisten bewegt haben, denn ihre Unterstützung macht den Sport und das Team D so besonders.“

Alexander Zverev ist „Sportler des Monats“ Juni 

Mit seinem Triumph bei den French Open hat Alexander Zverev einen der größten Erfolge seiner Karriere gefeiert. Im packenden Fünf-Satz-Finale in Paris gewann der Olympiasieger von Tokio seinen ersten Grand-Slam-Titel und krönte damit seine herausragende Sandplatz-Saison. Für diese außergewöhnliche Leistung wählten die Sporthilfe-geförderten Athletinnen und Athleten den gebürtigen Hamburger mit 50,8 Prozent zum „Sportler des Monats“ Juni. 

Anders als bei Medien- oder Publikumswahlen entscheiden bei der Wahl zur Sportlerin bzw. zum Sportler des Monats ausschließlich Deutschlands beste Nachwuchs- und Spitzenathletinnen und -athleten. Dadurch erhält die Auszeichnung ihre besondere sportliche Wertigkeit. Zu Beginn eines jeden Monats stellt die Sporthilfe den rund 4.000 geförderten Athletinnen und Athleten Kandidatinnen oder Kandidaten zur Wahl, die sich im Vormonat durch herausragende Leistungen empfohlen haben. Die Stimmabgabe erfolgt per Online-Voting. 

Hinter Alexander Zverev sichert sich Triathletin Lisa Tertsch Rang zwei (38,9 %). Die amtierende Weltmeisterin gewann bei den Europameisterschaften im spanischen Tarragona den EM-Titel auf der olympischen Distanz. Im Schlussspurt setzte sie sich gegen die Titelverteidigerin durch und komplettierte mit EM-Gold ihre beeindruckende Titelsammlung. Den dritten Platz bei der Wahl belegt das deutsche 3x3-Basketball-Nationalteam der Männer (10,3 %). Denzel Agyeman, Fabian Giessmann, Kevin Bryant und Niklas Kropp feierten bei der Weltmeisterschaft in Warschau mit dem Gewinn der Silbermedaille den größten Erfolg in der Geschichte des deutschen 3x3-Basketballs der Männer. Nach einer makellosen Vorrunde erreichte das Quartett das Finale, in dem es sich erst dem Favoriten Lettland geschlagen geben musste. 

Für ihre herausragenden Leistungen waren die Athletinnen und Athleten von der Athletenkommission im DOSB, von SPORT1 und von der Sporthilfe für die Wahl nominiert worden. 

Deutsche Sporthilfe

Aus der zweiten Reihe ins Zentrum des deutschen Triathlons

Mit dem Schwimmen hat alles angefangen. Deshalb klingt es ein wenig nach Understatement, wenn Tanja Neubert behauptet, dass Schwimmen ihre größte Schwäche ist. Die Erklärung dafür schickt die 25 Jahre alte Triathletin allerdings direkt nach. „Ich habe, wie es in Deutschland üblich ist, mit Brustschwimmen begonnen. Darin war ich auch gut, aber beim Umstieg auf den Triathlon musste ich auf Kraul umsatteln, und das ist mir nicht so leicht gefallen.“ Zumindest nicht leicht genug, um sich für eine leistungssportliche Karriere im Becken zu entscheiden. Was im Rückblick ein Segen war, denn seit sie als 15-Jährige über „Jugend trainiert für Olympia“ den Weg in den Dreikampf fand, hat sich die gebürtige Erlangerin Stück für Stück aus der zweiten Reihe in die Weltklasse vorgearbeitet. Sie gilt, wenn an diesem Wochenende die Triathlon-Elite zum Weltserienrennen in der Hamburger Innenstadt zusammenkommt, als eine Athletin, mit der auf dem Podium gerechnet werden darf.

Als einer der kommenden deutschen Stars der Szene eingeordnet zu werden, ist Tanja noch immer hörbar unangenehm. Zumindest dringt ein Seufzer der Überraschung durchs Mobiltelefon, als sie die Frage danach beantwortet. „Es ist ein tolles Kompliment und eine große Anerkennung, dass es mir zumindest einige Leute zutrauen“, sagt sie, „aber aktuell haben wir schon noch andere Athletinnen, die mir voraus sind: Laura Lindemann mit ihrer Erfahrung, Lisa Tertsch mit ihren Erfolgen. Aber ich versuche, mich immer weiter heranzuarbeiten und die Entwicklung der vergangenen Jahre weiterzuführen.“

Durchbruch bei der 70,3-WM im vergangenen November

Ihren Durchbruch, der sie auch international auf die Karte brachte, erlebte die Studentin, die ein Fernstudium des International Managements absolviert, im November vergangenen Jahres, als sie bei der 70.3-WM in Marbella (Spanien) Bronze gewann. Und das auf der Mitteldistanz über 1,9 km Schwimmen, 90 km Radfahren und einen Halbmarathon, der sie in der Regel die Kurz- und Sprintstrecke vorzieht. „Ich wollte eigentlich nur mal ausprobieren, ob mir das Spaß bringt, doch dann war es ein perfekter Tag und ich durfte das Podium mit Spitzenathletinnen wie Lucy Charles-Barclay und Taylor Knibb teilen. Das war eine megacoole Erfahrung, die mir eine Aufmerksamkeit gebracht hat, die ich von der Kurzdistanz nicht kannte“, sagt sie.

Ihr Fokus liegt allerdings weiterhin klar auf der Teilnahme an den Olympischen Spielen 2028 in Los Angeles. Die Qualifikationsphase für das Ticket nach Kalifornien hat Ende Mai mit dem Weltserienrennen in Alghero (Italien) begonnen, wo sie mit Rang neun überzeugte. „Man merkt, dass seitdem alle wieder deutlich motivierter am Start stehen. Nachdem in der vergangenen Saison einige Topathletinnen pausiert hatten, ist die Konkurrenz in diesem Jahr wieder sehr groß. Aber Los Angeles ist definitiv ein Ziel für mich“, sagt Tanja, die seit 2019 am Bundesstützpunkt in Saarbrücken trainiert und mit ihrem Freund Chris Ziehmer, ebenfalls professioneller Triathlet, auch in der Hauptstadt des Saarlandes lebt.

Kontakt

SG Bad Bentheim e.V.

Molkereistr. 1
48455 Bad Bentheim

 05924 / 8102
 gerhard@eilering.eu 

Kontakt aufnehmen

Folg uns auf Social Media