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Olympiabewerbung: Fragenkatalog zur finalen Konzeptbewertung verschickt

Die vier nationalen Bewerber Berlin, Hamburg, KölnRheinRuhr und München haben bis einschließlich 4. Juni 2026 Zeit, ihre Konzepte zu finalisieren und beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) einzureichen. Voraussetzung dafür ist ein positives Bürgerreferendum oder eine andere politische Beschlussfassung, um die bestmögliche Stabilität für die jeweilige Bewerbung um Olympische und Paralympische Spiele zu gewährleisten.

Der entsprechend des Beschlusses der DOSB-Mitgliederversammlung 2025 Anfang dieser Woche versandte Fragenkatalog des DOSB bildet die Grundlage für die Evaluation der eingereichten Konzepte und dient den vier nationalen Bewerbern als Leitfaden, um ihre Konzepte zu verfeinern. Er wurde in enger Abstimmung zwischen dem DOSB und dem Bundeskanzleramt erarbeitet und knüpft an die bereits bekannten Kriterien des laufenden Prozesses an. Der Großteil der beschriebenen Kategorien und Kriterien stellt eine Schärfung sowie Vertiefung der im Prozess bereits abgefragten Punkte und dem DOSB vorliegenden Konzepte dar. Bereits im vergangenen Jahr überprüfte der DOSB alle Konzepte auf ihre sportfachliche Machbarkeit und die Erfüllung der Mindestanforderungen.

Für die finale Entscheidungsstufe haben DOSB und Bund eine transparente Bewertungssystematik entwickelt. Diese stellt sicher, in einem nachvollziehbaren und objektiven Verfahren das Konzept zu identifizieren, das sowohl die besten internationalen Erfolgsaussichten hat als auch breite nationale Unterstützung vorweisen kann. Die Bewertungssystematik umfasst folgende fünf Kategorien:

– Internationale Wettbewerbsfähigkeit & nationale Akzeptanz

– Sportfachliche & operative Eignung

– Vision & Legacy

– Kosten & Finanzierung

– Infrastrukturelle Sonderprojekte (nicht prüfungsrelevant)

Die insgesamt neun Kriterien aus den beiden Kategorien „Internationale Wettbewerbsfähigkeit & nationale Akzeptanz“ sowie „Sportfachliche & operative Eignung“ bilden die Basis der quantitativen Bewertung. Die Punkte der einzelnen Kriterien werden zusammengeführt, um ein Gesamtergebnis zu ermitteln. Die Kategorien „Vision & Legacy“ und „Kosten & Finanzierung“ werden von Arbeitsgruppen qualitativ geprüft. Dabei steht die Plausibilität beziehungsweise Machbarkeit der Konzepte im Vordergrund, bewertet mit „erfüllt“ oder „nicht erfüllt“. Diese Einschätzungen fließen ebenfalls in das Gesamtbild der Evaluation ein und unterstützen die finale Entscheidungsfindung.

Die Aufgabe der Evaluierungskommission ist es dann, das Evaluierungsergebnis zu bestätigen sowie die Einhaltung der vereinbarten Kriterien und deren Nachvollziehbarkeit zu überprüfen. Darüber hinaus ist sie befugt, eine Wahlempfehlung für die außerordentliche Mitgliederversammlung auszusprechen. Diese Empfehlung muss nicht zwingend erfolgen und ist für die Entscheidung der Mitgliederversammlung nicht bindend. Mit der Auswahl eines finalen Konzepts und damit des deutschen Bewerbers für Olympische und Paralympische Spiele auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung des DOSB am 26. September 2026 in Baden-Baden endet der nationale Entscheidungsprozess. 

Den Fragenkatalog finden Sie hier zur Einsicht.

„Unser System ist in vielen Bereichen nicht auf Weltklasseniveau“

Ausgelastete Terminkalender sind der Normalzustand für Menschen, die sich professionell mit Sportpolitik befassen; insbesondere, wenn wie in diesen Wochen Olympische und Paralympische Spiele anstehen, findet sich nur schwerlich Raum für anderes. Umso wichtiger ist es dann, dass zusätzliche Abendveranstaltungen zumindest Erkenntnisgewinn bringen. Auf den Parlamentarischen Abend des deutschen Sports, zu dem am Mittwoch die Ministerin für Kultus, Jugend und Sport des Landes Baden-Württemberg, Theresa Schopper, als Vorsitzende der Sportministerkonferenz und Thomas Weikert, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), als Gastgeber geladen hatten, traf das zu. Unter dem Motto „Vom Purzelbaum zum Podium. Talente entdecken und entwickeln“ waren rund 250 geladene Gäste aus Bundes- und Landespolitik sowie dem organisierten Sport gekommen, um in der Landesvertretung Baden-Württembergs an der Berliner Tiergartenstraße über Sportförderung und künftige Erfolge zu diskutieren.

Um das Thema von allen Seiten zu beleuchten, waren verschiedene Gesprächspanels und Impulsvorträge angesetzt. Eine dieser Keynotes setzte Dominic Ullrich, Coach in der Leichtathletik und Lehrer an einer Schule in Frankfurt am Main, der über die bessere Vernetzung von Schulen und Vereinen referierte und den flächendeckenden Ganztag als „riesige Chance“ bezeichnete. Ullrich brachte in seinem Kurzvortrag das 5-B-Modell zur Sprache, mit dem Jugendliche an ein Leben im Sportverein herangeführt werden sollen: Bewegen, begeistern, beteiligen, bilden und binden. Begeisternd und bildend wirkte das auf zumindest zwei prominente Zuhörerinnen. Weder Theresa Schopper noch Christiane Schenderlein, Staatsministerin für Sport und Ehrenamt, hatten von diesem Modell bislang Kenntnis und freuten sich über die Inspiration sichtlich.

Rein weibliches Podium setzt einen wohltuenden Kontrast

Die beiden Damen sorgten gemeinsam mit Aydan Özoguz, Vorsitzende des Sportausschusses im Deutschen Bundestag, für das bemerkenswerteste Bild des Abends, als sie sich gemeinsam auf dem Podium den Fragen von Moderator Kai Gemeinder zur künftigen Ausrichtung der Sportförderung stellten. Wer seinen Blick durch das Publikum schweifen ließ, konnte unschwer feststellen, wie männlich die deutsche Sportwelt noch immer dominiert ist. Ein rein weibliches Podium mit drei Frauen in Spitzenämtern setzte da einen wohltuenden Kontrast, der noch dadurch verstärkt wurde, dass sich das Trio trotz unterschiedlicher Parteicouleur nicht darin zu überbieten versuchte, Trennendes zu betonen, sondern Vereinendes fand. Die Grüne Schopper, SPD-Mitglied Özoguz und CDU-Führungskraft Schenderlein waren sich einig darin, dass es einer gemeinsamen Kraftanstrengung bedarf, um dem Sport in Deutschland endlich den Stellenwert zu verschaffen, den er angesichts seiner gesamtgesellschaftlichen Bedeutung verdient.

Ein wichtiger Hebel dafür soll das neue Sportfördergesetz werden, das zwischen der früheren Ampelkoalition und dem DOSB schon nahezu ausverhandelt war und dann doch nicht kam, weil die Ampel abgeschaltet wurde. Die neue Bundesregierung hatte zunächst noch wichtigere Themen abzuarbeiten; dann war Ende Oktober 2025 ein erster Referentenentwurf bekannt geworden, der für erwartbare Diskussionen und eine deutliche Ablehnung seitens des DOSB gesorgt hatte. Bevor die Gespräche über mögliche Anpassungen in den kommenden Wochen wieder aufgenommen werden und das Gesetz in die Kabinettsbefassung kommen soll, waren am Mittwochabend deutliche Signale zu empfangen, dass sich beide Seiten aufeinander zu bewegen.

Nele Aurelie Reinwardt ist „Eliteschülerin des Sports 2025“

Über den Titel „Eliteschülerin des Sports 2025“ durfte sich die Kanutin Nele Aurelie Reinwardt (19/Dresden) freuen. Sie überzeugte im vergangenen Jahr mit starken internationalen Leistungen sowie mit herausragendem Engagement in Schule und Sport. Platz wei belegte Biathlet Lukas Tannheimer (19/Furtwangen), gefolgt von der Rhythmischen Sportgymnastin Helena Ripken (19/Berlin) auf Platz drei. 

Führungs- und Entscheidungspositionen im organisierten Sport

Immer mehr Sportvereine in Deutschland haben Schwierigkeiten, ehrenamtliche Funktionsträger*innen zu gewinnen und langfristig zu binden. Laut dem Sportentwicklungsbericht 2024 sehen sich viele Sportvereine deshalb in ihrer Existenz bedroht. Um diesem Trend entgegenzuwirken, ist es wichtig, mehr Frauen und andere unterrepräsentierte Gruppen für Führungs- und Entscheidungspositionen zu gewinnen. Ausgewogene Verhältnisse in Führungsetagen bringen wichtige Vorteile mit sich: Perspektivenvielfalt und nachweislich wirtschaftliche Stabilität. Zudem können Frauen in Führungspositionen als Vorbilder wirken und andere motivieren, sich zu engagieren und Verantwortung im Verband oder Verein zu übernehmen. 

3. European Sport For All Games 2026 in Limerick, Irland - Ausschreibung

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) entsendet eine Delegation zur Repräsentation und Vorführung traditioneller Sportarten. 

Bestandteil des Sportprogramms dieser Veranstaltung sind Demonstrationen und Vorführungen von Breitensportvereinen und traditioneller Sportarten. Hinsichtlich des Kriteriums „traditionelle Sportarten“ bestehen keine expliziten Vorgaben oder Einschränkungen.

Die Teilnahme wird bundesweit ausgeschrieben. Der DOSB bittet um Bewerbungen von Sportvereinen bis zum 27. Februar 2026. Teilnahmeberechtigt sind ausschließlich Sportvereine, die einer DOSB-Mitgliedsorganisation angeschlossen sind. 

Das Bewerbungsformular ist online unter folgendem Link verfügbar: https://forms.office.com/e/mXGMSiT72Q 

Ein aussagefähiges Video der sportlichen Darbietung muss Bestandteil der Bewerbung sein. Bitte laden Sie Ihr Video bei einem Filesharing-Service oder einer gängigen Video-Plattform hoch und hinterlegen Sie den Link im Anmeldeformular. 

Der DOSB wählt aus den eingehenden Bewerbungen eine Delegation aus.

Eine nominierte Delegation umfasst bis zu sieben Personen und erhält vom Veranstalter TAFISA folgende Leistungen: Unterkunft, Nahverkehr und Verpflegung für bis zu 7 Personen für 6 Tage und 5 Übernachtungen

Darüber hinaus erhält die nominierte Delegation vom DOSB einen Reisekostenzuschuss bis insgesamt max. 2.500 Euro. 

Die übrigen Aufwendungen einschl. Auslandsreisekrankenversicherungen sind durch die Teilnehmergruppe zu finanzieren. 

Weitere Informationen zu den TAFISA European Sport For All Games 2026 finden Sie unter: https://limericksports.ie/limerick-to-host-european-sport-for-all-games-2026/

Bei Rückfragen erreichen Sie uns unter: tafisa(at)dosb.de 

Download: Ausschreibung

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