Neues aus Sportdeutschland
Mehrsprachig, praktisch, kostenlos: Die IdS-Sportwörterbuch-App
Die „Sportwörterbuch“-App umfasst über 150 Begriffe in 10 Sprachen aus dem Sportalltag und ist in 17 thematische Kapitel gegliedert. Enthalten sind unter anderem Vokabeln zu Sportgeräten, Sportstätten, Spielaktionen und Erster Hilfe. Damit wird das Verständnis im Trainingsalltag ebenso gestärkt wie die Orientierung im Vereinsleben. Ergänzt wird das Angebot durch kurze Erklärungen zur Frage „Was ist ein Sportverein?“.
Ziel: Zugang zum Vereinssport erleichtern
Entstanden ist die App im Bundesprogramm „Integration durch Sport“ als Gemeinschaftsprojekt des Landessportbundes Niedersachsen und des Landessportbundes Nordrhein-Westfalen. Ziel ist es, Menschen mit unterschiedlichen Sprachkenntnissen den Zugang zum Vereinssport zu erleichtern. Die App richtet sich sowohl an Menschen mit Migrationsgeschichte als auch an deutschsprachige Engagierte, die Sport als Brücke nutzen möchten.
Leistung statt Lamentieren: Beharrliche Kämpferin für die Belange des Parasports
Ihre aktive Karriere hat sie zwar vor mittlerweile fast sechseinhalb Jahren beendet, aber wenn am Freitag kommender Woche die Paralympischen Winterspiele in Norditalien eröffnet werden, wird Anna Schaffelhuber trotzdem mittendrin sein. Als TV-Expertin für die ARD berichtet die 33-Jährige aus Cortina d’Ampezzo über das Weltereignis, das sie 2014 in Sotschi zum deutschen Sportstar werden ließ. Fünf Goldmedaillen gewann die Monoski-Athletin damals in Russland. „Es war das Highlight meiner Karriere, auf das ich sehr stolz bin und das mir viele Türen geöffnet hat, aber es war auch eine harte Zeit mit viel Druck und einem immer prall gefüllten Terminkalender“, sagt sie im Rückblick.
Zwölf Jahre danach haben sich zwar einige Lücken im Kalender aufgetan, aber ein weniger erfülltes Leben führt die Bayerin keineswegs. Das liegt einerseits daran, dass ihre beiden Kinder - zwei Jahre und sechs Monate alt - viel Aufmerksamkeit brauchen. Andererseits ist Anna Schaffelhuber, die mit ihrer Eheschließung zwar den Nachnamen Kaiser angenommen hat, aber in der Öffentlichkeit weiterhin den zur Marke gewordenen Namen nutzt, ein Mensch, der sich einbringen möchte. Was dazu führt, dass sie neben ihrem aktuell wegen der Elternzeit ruhenden Beruf als Realschullehrerin für Mathe und Betriebswirtschaftslehre mehrere Ehrenämter ausführt. Und jenes, das den Anlass für diesen Text darstellt, ist die Verpflichtung als Persönliches Mitglied des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB).
Ihr Credo: Chancen ergreifen, wenn sie sich ergeben
Ihren Ursprung hat diese Verbindung vor ungefähr vier Jahren in einer Mail, die bei Anna Schaffelhuber eintraf. „Es war eine Anfrage, ob ich mir vorstellen könne, Persönliches Mitglied zu werden. Da der DOSB nicht mein direkter Dachverband war, sondern ich immer mit dem DBS zu tun hatte, wusste ich weder, was mich erwarten würde, noch, was man von mir erwartet. Aber ich dachte mir, dass ich das auch nicht herausfinden kann, wenn ich es nicht versuche, also habe ich die Chance ergriffen und zugesagt“, erinnert sie sich. Chancen ergreifen, wenn sie sich ergeben; Leistung zeigen anstatt zu lamentieren - all das kannte die von Geburt an inkomplett querschnittgelähmte Topathletin aus ihrer aktiven Karriere. Und mit dieser Einstellung ging sie an die neue Aufgabe im Dachverband des organisierten Sports.
Vier Jahre später ist sich Anna Schaffelhuber über das Fazit, das sie aus ihrem Engagement ziehen soll, noch nicht ganz im Klaren. Zwar habe sie viele Einblicke erhalten und ein anderes Verständnis für Verbandsarbeit entwickelt. „Der DOSB wirkte früher für mich weit weg, wie ein starres Konstrukt. Jetzt sehe ich die vielen Menschen hinter diesem Verband und weiß einzuordnen, welche wichtigen Aufgaben sie für die Entwicklung des Sports übernehmen“, sagt sie. Was ihr allerdings fehle, sei ein Zugehörigkeitsgefühl zu einer homogenen Gruppe. „Durch die Geburt meiner beiden Kinder war meine erste Amtszeit zugegebenermaßen etwas zerfasert. Aber ich habe mir öfters gewünscht, etwas mehr eingebunden zu werden“, sagt sie. Es fehle dem Gremium eine feste Plattform, ein monatlicher Jour Fixe zum Austausch. „Ein Treffen einmal im Jahr finde ich zu wenig, eine gewisse Kontinuität wäre wichtig.“
Olympiabewerbung: Fragenkatalog zur finalen Konzeptbewertung verschickt
Die vier nationalen Bewerber Berlin, Hamburg, KölnRheinRuhr und München haben bis einschließlich 4. Juni 2026 Zeit, ihre Konzepte zu finalisieren und beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) einzureichen. Voraussetzung dafür ist ein positives Bürgerreferendum oder eine andere politische Beschlussfassung, um die bestmögliche Stabilität für die jeweilige Bewerbung um Olympische und Paralympische Spiele zu gewährleisten.
Der entsprechend des Beschlusses der DOSB-Mitgliederversammlung 2025 Anfang dieser Woche versandte Fragenkatalog des DOSB bildet die Grundlage für die Evaluation der eingereichten Konzepte und dient den vier nationalen Bewerbern als Leitfaden, um ihre Konzepte zu verfeinern. Er wurde in enger Abstimmung zwischen dem DOSB und dem Bundeskanzleramt erarbeitet und knüpft an die bereits bekannten Kriterien des laufenden Prozesses an. Der Großteil der beschriebenen Kategorien und Kriterien stellt eine Schärfung sowie Vertiefung der im Prozess bereits abgefragten Punkte und dem DOSB vorliegenden Konzepte dar. Bereits im vergangenen Jahr überprüfte der DOSB alle Konzepte auf ihre sportfachliche Machbarkeit und die Erfüllung der Mindestanforderungen.
Für die finale Entscheidungsstufe haben DOSB und Bund eine transparente Bewertungssystematik entwickelt. Diese stellt sicher, in einem nachvollziehbaren und objektiven Verfahren das Konzept zu identifizieren, das sowohl die besten internationalen Erfolgsaussichten hat als auch breite nationale Unterstützung vorweisen kann. Die Bewertungssystematik umfasst folgende fünf Kategorien:
– Internationale Wettbewerbsfähigkeit & nationale Akzeptanz
– Sportfachliche & operative Eignung
– Vision & Legacy
– Kosten & Finanzierung
– Infrastrukturelle Sonderprojekte (nicht prüfungsrelevant)
Die insgesamt neun Kriterien aus den beiden Kategorien „Internationale Wettbewerbsfähigkeit & nationale Akzeptanz“ sowie „Sportfachliche & operative Eignung“ bilden die Basis der quantitativen Bewertung. Die Punkte der einzelnen Kriterien werden zusammengeführt, um ein Gesamtergebnis zu ermitteln. Die Kategorien „Vision & Legacy“ und „Kosten & Finanzierung“ werden von Arbeitsgruppen qualitativ geprüft. Dabei steht die Plausibilität beziehungsweise Machbarkeit der Konzepte im Vordergrund, bewertet mit „erfüllt“ oder „nicht erfüllt“. Diese Einschätzungen fließen ebenfalls in das Gesamtbild der Evaluation ein und unterstützen die finale Entscheidungsfindung.
Die Aufgabe der Evaluierungskommission ist es dann, das Evaluierungsergebnis zu bestätigen sowie die Einhaltung der vereinbarten Kriterien und deren Nachvollziehbarkeit zu überprüfen. Darüber hinaus ist sie befugt, eine Wahlempfehlung für die außerordentliche Mitgliederversammlung auszusprechen. Diese Empfehlung muss nicht zwingend erfolgen und ist für die Entscheidung der Mitgliederversammlung nicht bindend. Mit der Auswahl eines finalen Konzepts und damit des deutschen Bewerbers für Olympische und Paralympische Spiele auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung des DOSB am 26. September 2026 in Baden-Baden endet der nationale Entscheidungsprozess.
Den Fragenkatalog finden Sie hier zur Einsicht.
„Unser System ist in vielen Bereichen nicht auf Weltklasseniveau“
Ausgelastete Terminkalender sind der Normalzustand für Menschen, die sich professionell mit Sportpolitik befassen; insbesondere, wenn wie in diesen Wochen Olympische und Paralympische Spiele anstehen, findet sich nur schwerlich Raum für anderes. Umso wichtiger ist es dann, dass zusätzliche Abendveranstaltungen zumindest Erkenntnisgewinn bringen. Auf den Parlamentarischen Abend des deutschen Sports, zu dem am Mittwoch die Ministerin für Kultus, Jugend und Sport des Landes Baden-Württemberg, Theresa Schopper, als Vorsitzende der Sportministerkonferenz und Thomas Weikert, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), als Gastgeber geladen hatten, traf das zu. Unter dem Motto „Vom Purzelbaum zum Podium. Talente entdecken und entwickeln“ waren rund 250 geladene Gäste aus Bundes- und Landespolitik sowie dem organisierten Sport gekommen, um in der Landesvertretung Baden-Württembergs an der Berliner Tiergartenstraße über Sportförderung und künftige Erfolge zu diskutieren.
Um das Thema von allen Seiten zu beleuchten, waren verschiedene Gesprächspanels und Impulsvorträge angesetzt. Eine dieser Keynotes setzte Dominic Ullrich, Coach in der Leichtathletik und Lehrer an einer Schule in Frankfurt am Main, der über die bessere Vernetzung von Schulen und Vereinen referierte und den flächendeckenden Ganztag als „riesige Chance“ bezeichnete. Ullrich brachte in seinem Kurzvortrag das 5-B-Modell zur Sprache, mit dem Jugendliche an ein Leben im Sportverein herangeführt werden sollen: Bewegen, begeistern, beteiligen, bilden und binden. Begeisternd und bildend wirkte das auf zumindest zwei prominente Zuhörerinnen. Weder Theresa Schopper noch Christiane Schenderlein, Staatsministerin für Sport und Ehrenamt, hatten von diesem Modell bislang Kenntnis und freuten sich über die Inspiration sichtlich.
Rein weibliches Podium setzt einen wohltuenden Kontrast
Die beiden Damen sorgten gemeinsam mit Aydan Özoguz, Vorsitzende des Sportausschusses im Deutschen Bundestag, für das bemerkenswerteste Bild des Abends, als sie sich gemeinsam auf dem Podium den Fragen von Moderator Kai Gemeinder zur künftigen Ausrichtung der Sportförderung stellten. Wer seinen Blick durch das Publikum schweifen ließ, konnte unschwer feststellen, wie männlich die deutsche Sportwelt noch immer dominiert ist. Ein rein weibliches Podium mit drei Frauen in Spitzenämtern setzte da einen wohltuenden Kontrast, der noch dadurch verstärkt wurde, dass sich das Trio trotz unterschiedlicher Parteicouleur nicht darin zu überbieten versuchte, Trennendes zu betonen, sondern Vereinendes fand. Die Grüne Schopper, SPD-Mitglied Özoguz und CDU-Führungskraft Schenderlein waren sich einig darin, dass es einer gemeinsamen Kraftanstrengung bedarf, um dem Sport in Deutschland endlich den Stellenwert zu verschaffen, den er angesichts seiner gesamtgesellschaftlichen Bedeutung verdient.
Ein wichtiger Hebel dafür soll das neue Sportfördergesetz werden, das zwischen der früheren Ampelkoalition und dem DOSB schon nahezu ausverhandelt war und dann doch nicht kam, weil die Ampel abgeschaltet wurde. Die neue Bundesregierung hatte zunächst noch wichtigere Themen abzuarbeiten; dann war Ende Oktober 2025 ein erster Referentenentwurf bekannt geworden, der für erwartbare Diskussionen und eine deutliche Ablehnung seitens des DOSB gesorgt hatte. Bevor die Gespräche über mögliche Anpassungen in den kommenden Wochen wieder aufgenommen werden und das Gesetz in die Kabinettsbefassung kommen soll, waren am Mittwochabend deutliche Signale zu empfangen, dass sich beide Seiten aufeinander zu bewegen.
Nele Aurelie Reinwardt ist „Eliteschülerin des Sports 2025“
Über den Titel „Eliteschülerin des Sports 2025“ durfte sich die Kanutin Nele Aurelie Reinwardt (19/Dresden) freuen. Sie überzeugte im vergangenen Jahr mit starken internationalen Leistungen sowie mit herausragendem Engagement in Schule und Sport. Platz wei belegte Biathlet Lukas Tannheimer (19/Furtwangen), gefolgt von der Rhythmischen Sportgymnastin Helena Ripken (19/Berlin) auf Platz drei.


